Ehrendoktor für Juristen, Oboisten, Arzt, Pfarrer und Forscher

Die Universität Basel zeichnet am Dies academicus zahlreiche Persönlichkeiten aus.

Ueli Vischers letzter Marsch: Der Unirats-Präsident Vischer (v.r.) führt die Kolonne zum Dies academicus an.

Ueli Vischers letzter Marsch: Der Unirats-Präsident Vischer (v.r.) führt die Kolonne zum Dies academicus an.

(Bild: Lucia Hunziker)

Daniel Wahl

Sieben neue Ehrendoktoren-­Titel hat die Universität Basel an ihrem 559. Dies academicus verliehen. Die Ehrenpromotionen gingen an den Oboisten und Komponisten Heinz Holliger, den Zürcher Aids-Arzt Ruedi Lüthy an den Pfarrer Martin Stingelin und den Unternehmer Klaus Endress. Drei Ehrendoktortitel gingen an Forscher in den Vereinigten Staaten.

Die Ehrenpromotion der Philosophisch-Historischen Fakultät ging an den Basler Musiker und Komponisten Heinz Holliger , der als «Oboenvirtuose mit weltweiter Ausstrahlung» bezeichnet wird. Holliger experimentierte mit aussergewöhnlichen Spieltechniken und entdeckte einige vergessene Musiker aus dem 18. Jahrhundert. Gewürdigt wird der 80-jährige Komponist auch, weil er Zeitgenossen zu neuen Werken inspiriert habe und die Grenzen von Klang und Sprache ausgelotet habe.

Selbst­loser Einsatz

Zu ehrenhalber Doktorwürde ist auch der emeritierte Professor Ruedi Lüthy gekommen. Als Pionier bekämpfte er ab den 1980er-Jahren die Aids-Infektion. Er habe als einer der ersten Kliniker und Forscher mit selbst­losem Einsatz und Menschlichkeit weltweit dazu beigetragen, das Verständnis dieser Krankheit zu vertiefen sowie Diagnostik und Therapien wesentlich zu verbessern. Lüthi war an der Gründung einer Aids-Klinik und dem Lighthouse in Zürich beteiligt. Ferner errichtete er im Jahr 2004 eine ambulante HIV-Klinik in Harare in Zimbabwe.

Der Ehrendoktor der Theologischen Fakultät hat Martin Stingelin , Kirchenratspräsident der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Landschaft, erhalten. An der Schnittstelle von Kirche und Wirtschaft habe er sich für die Zusammenarbeit der Kirchen auf nationaler und internationaler Ebene eingesetzt und die interreligiösen Beziehungen gefördert, begründet die Universität die Titelvergabe. Dabei engagierte sich Stingelin für Menschen am Rand der Gesellschaft und befasste sich mit Themen wie Armutsbekämpfung, Integration, Bildung und Chancengleichheit.

Forscher aus den USA geehrt

Mit einem Ehrendoktor zeichnete die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät den Ingenieur und Unternehmer Klaus Endress aus, der seit 1985 an der Spitze der ­Endress+Hauser Gruppe in ­Reinach steht. Er habe den Beweis erbracht, dass eine wertegeleitete Unternehmensführung auf der Basis von Tradition, Verantwortung und Loyalität nicht im Widerspruch zu wirtschaftlichem Erfolg und ­Modernisierung stehe. Geehrt wurde er auch für sein ­Engagement in Bildung, Kultur, Forschung und Politik.

Zu Ehrendoktoren sind drei Forscher aus den USA gekommen. Unter ihnen der Jurist und Bürgerrechtler Bryan A. Stevenson , Professor für Strafjustiz an der New York University School of Law. Dort kämpft er seit Jahrzehnten gegen rassistisch motivierte Diskriminierungen.

Randy Wayne Schekman , Professor am Departement of Molecular and Cell Biology der University of California, Berkeley, entdeckte die genetischen und molekularen Grundlagen des Membrantransports in lebenden Zellen. Er ist den Baslern auch deshalb aufgefallen, weil Schekman während seines Sabbatjahrs am Biozentrum und in dessen wirtschaftlichem Beirat die Forschung der Uni Basel unterstützt hat.

Als siebter im Bunde der neuen Ehrendoktoren ist Jerome R. Busemeyer , Professor für Psychologie und Neurowissenschaften, Kognitionswissenschaft und Statistik an der Indiana University Bloomington zu erwähnen. Anerkannt wurden seine Bei­träge zur Verbesserung der ­Kognitionswissenschaften sowie seine Leistungen bei der Etablierung der mathematischen Psychologie. (wah)

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