Die SP übt sich in der Kunst des Selbstlobs

Drei Sitze im Nationalrat will Rot-Grün bei den eidgenössischen Wahlen am 20. Oktober erobern.

Parteipräsident Pascal Pfister mit Eva Herzog und Mustafa Atici zu seiner Linken. Rechts von ihm sitzen Sarah Wyss, Beat Jans und Christian von Wartburg. (von links nach rechts)

Parteipräsident Pascal Pfister mit Eva Herzog und Mustafa Atici zu seiner Linken. Rechts von ihm sitzen Sarah Wyss, Beat Jans und Christian von Wartburg. (von links nach rechts)

(Bild: SP Basel-Stadt)

Martin Furrer

Gut zwei Monate dauert es noch bis zu den Nationalratswahlen. Die Wahlstrategen rechnen fleissig. Auch die SP Basel-Stadt kalkuliert kühn. Am Donnerstag hat sie in der Markthalle ihre Wahlkampagne 2019 gestartet. Parteipräsident Pascal Pfister erklärte die Drei zur magischen Zahl: «Wir wollen die derzeit drei Sitze für Rot-Grün halten.»

Diese sind momentan in der Hand von Beat Jans (SP), Silvia Schenker (SP) sowie Sibel Arslan. Deren Bündnis Grüne/Basta ist eine Listenverbindung mit der SP eingegangen.

Im Rampenlicht

Schenker kann wegen Amtszeitbeschränkung nicht mehr zur Wiederwahl antreten. Das ist die Chance für die SP-Grossräte Sarah Wyss, Mustafa Atici und Christian von Wartburg.

Sie sitzen an diesem Vormittag an einem Tisch mit Regierungsrätin Eva Herzog, die ebenfalls auf der Nationalratsliste steht, aber lieber in den Ständerat gewählt werden möchte, und mit Beat Jans. Der hat nach neun Jahren im Nationalrat noch nicht genug vom Bundeshaus.

Wer gewählt werden will, muss sich ins Rampenlicht stellen. Und so üben sich die SP-Kandidaten in der Kunst des Selbstlobs. Sie beherrschen diese Kunst fast perfekt.

Blick zurück

Wyss sagt, es sei ihr vor zehn Jahren gelungen, mit einer überparteilichen Allianz den Nachtzuschlag im öffentlichen Verkehr abzuschaffen – «noch heute macht es mich stolz, wenn ich daran zurückdenke». Sie erklärt: «Heute gehe ich als erfahrene Politikerin in den Wahlkampf. Der politische Instinkt von damals ist geblieben. Hinzugekommen sind viele Erfahrungen und das Wissen, wie es geht.»

Als Nationalrätin, verspricht Wyss, würde sie sich «für eine qualitativ hochstehende Gesundheitsversorgung einsetzen, die allen zugutekommt».

Atici, vor vier Jahren von Sibel Arslan im Rennen um einen Nationalratssitz kurz vor der Ziellinie überrundet, sagt: «Ich sehe mich als optimalen Vertreter von Basel in Bern. Ich lebe das, was Basel so erfolgreich macht. In diesem Sinn werde ich im Nationalrat für mehr Basel sorgen.»

Als selbstständiger Unternehmer kenne er die Sorgen und Nöte der KMU und des Gewerbes. Und als Migrant habe er «erlebt, was es bedeutet, sich in einer vielfältigen Gesellschaft als bereichernder Wert einzubringen».

Von Wartburg sagt: «Seit zwanzig Jahren setze ich mich als Anwalt für Menschen ein. Ich habe dabei gelernt, wie man in schwierigsten Lagen Recht und Gerechtigkeit zum Durchbruch verhelfen kann. Mit dieser Erfahrung will ich auch in Bern einstehen für die Sorgen von Menschen, deren Stimme wenig Gehör findet.»

Budget 306000 Franken

Herzog sagt, sie habe in der Regierung eine Politik betrieben, «die Lösungen bringt statt Blockaden». Diese Politik wolle sie «auf nationaler Ebene weiterführen».

Und Jans betont, er sei «noch immer voll im Saft». Dank seiner «vertieften Kenntnisse der Abläufe auf Bundesebene» und aufgrund seiner «starken Position in Fraktion und Partei» könne er im Nationalrat eine «gestaltende Rolle spielen». So werde er, falls er wiedergewählt werde, «den Interessen Basels Gehör verschaffen».

Das Wahlkampfbudget, verrät Pfister, betrage 306000 Franken. Gratis sind nur die Versprechungen, welche die Kandidaten abgegeben haben.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt