Detailhändler im Visier der Kriminaltouristen

Rund ein Drittel aller Laden-, Trick- oder Taschendiebe verfügen über keinen festen Wohnsitz in der Schweiz.

In Basel werden täglich Diebe festgenommen. Die meisten allerdings werden gar nie erwischt.

In Basel werden täglich Diebe festgenommen. Die meisten allerdings werden gar nie erwischt.

(Bild: Pino Covino)

Mischa Hauswirth

Anders als bei den Raubüberfällen, die im Juli angestiegen sind (BaZ berichtete), verzeichnet die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt bei den Diebstahldelikten keine Zunahme, wie sie in anderen Jahren im Sommer registriert wurde. «Generell ist die Tendenz von Diebstählen im Vergleich zum Vorjahr (erstes Halbjahr) rückläufig», sagt Peter Gill, Medienchef der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt.

Auch wenn die Polizei weniger Diebstähle registriert, so werden trotzdem täglich Diebe festgenommen. Doch über die meisten Fälle wird die Öffentlichkeit nicht informiert. Die letzte Medienmitteilung zu einem Diebstahl veröffentlichte die Staatsanwaltschaft am 7. Juli: Da nahm die Kantonspolizei einen 48-jährigen Rumänen und eine 47-jährige Tschechin fest.

37 Prozent aus dem Ausland

Dass es sich bei den Dieben meist um Personen aus dem Ausland handelt, beispielsweise aus osteuropäischen Ländern wie Rumänien, Bulgarien, sowie aus afrikanischen Ländern oder dem Orient, passt in ein Muster, auf das Polizei und Staatsanwaltschaft schon mehrfach hingewiesen haben. Denn etliche Laden-, Trick- oder Taschendiebe verfügen über keinen festen Wohnsitz in der Schweiz. Und immer wieder befinden sich auch Asylsuchende darunter. «Der Anteil der Asylbewerber, reisender Täter, Grenzgänger beträgt je 37 Prozent», heisst es in der Kriminalstatistik der Staatsanwaltschaft für das Jahr 2013.

Diese Tatsache dürfte sich dieses Jahr kaum ändern, wie aus Polizei­kreisen zu erfahren ist. Gerade Asyl­suchende sowie Kriminaltouristen aus Osteuropa tauchen immer wieder im Zusammenhang mit Diebstahldelikten auf. «Regelmässig stellen wir Asyl­bewerber fest, welche im Bässlergut ­untergebracht sind und in der Stadt Diebstähle, vor allem Ladendiebstähle, begehen», sagt Gill.

Grosse Geschäfte betroffen

Die Migros Basel wird immer wieder Opfer von Dieben. «Gestohlen wird leider alles Mögliche. Die Hälfte der Personen, die in den Filialen beim Diebstahl erwischt werden, leben in der Schweiz. Die anderen Fälle gehen mehrheitlich auf die Kappe von Kriminaltouristen», sagt Dieter Wullschleger, Sprecher der Migros Basel.

Und ein grosses Geschäft im Kleinbasel bestätigt zwar, dass stehlende Asylsuchende ein Problem darstellen würden, will aber den Namen nicht in der Zeitung lesen.

Auch im Bereich von Betäubungsmitteldelikten wie dem Strassenhandel mit Kokain sind einige Asylsuchende aktiv. «Insgesamt ist die Sache aber besser geworden», sagt LDP-Grossrat Felix Eymann, der sich vor Wochen noch über die Strassendealer – sogenannte Kügelidealer – empörte. «Ich führe dies auf die stärkere Präsenz der Polizei in den Strassen, auch zu Fuss, zurück.»

Basler Zeitung

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