Der Infostand auf dem Voltaplatz

Die Krawallnacht auf dem Basler Voltaplatz wurde gestern noch einmal bei Telebasel thematisiert. Dort erstaunte Baudirektor Hans-Peter Wessels mit einigen Aussagen.

Im «Salon Bâle» auf Telebasel wurde am Sonntag über die Krawallnacht auf dem Voltaplatz diskutiert (ab Minute 22).

Alexander Müller@mueller_alex

In der Telebasel-Sendung «Salon Bâle» wurde gestern noch einmal über die Ausschreitungen rund um den Voltaplatz diskutiert. Dabei sorgte Regierungsrat Hans-Peter Wessels für erstauntes Kopfschütteln bei Moderator Jascha Schneider und der Basler Anwältin Saskia Frei. Man habe eben ab und zu Probleme, mit gewalttätigen Personen, sagte Wessels. Sachbeschädigungen habe es schon immer gegeben, sei es bei FCB-Spielen, an der Herbstmesse oder durch Betrunkene in der Freien Strassen. Die Polizei sei aufgerufen, um Remedur zu schaffen, sagte Wessels.

Zur Erinnerung: Ende September eskalierte die Situation nach einer der zahlreichen illegalen Partys, durch die sich die Quartierbewohner bereits während Monaten davor belästigt fühlten. Es kam zu massiven Sachbeschädigungen und anschliessenden Schuldzuweisungen. Der Polizei wurde vorgeworfen, versagt zu haben, weil sie nicht eingegriffen hatte. Herbe Kritik musste deshalb auch der zuständige Regierungsrat Hanspeter Gass einstecken: Linke Chaoten würden in Basel Narrenfreiheit geniessen, liess der Polizeibeamtenverband später gegenüber Telebasel verlauten.

Politische Führung bei der Polizei vermisst

Wessels wehrte sich im «Salon Bâle» gegen den Vorwurf, die Polizei hätte in der Krawallnacht nicht eingreifen dürfen und bedauerte die massive Kritik, die auf die Polizei einprasselte: «Immer wenn so etwas passiert, heisst es, die Polizei sei überfordert und unternimmt nichts.» Dass die Polizisten dann frustriert seien, findet Wessels verständlich. Frei deutete hingegen an, dass sie über Informationen verfügt, dass die Polizei eben doch zurückgebunden wurde. Die Anwältin vermisst eine starke politische Führung bei der Polizei. Unter den Vorgängern von Polizeidirektor Hanspeter Gass wäre viel früher konsequent eingegriffen worden. Zudem gab sich Frei überzeugt, dass der Platz innert Stunden geräumt worden wäre, wenn die Voltamatte von einem Grüppchen Neonazis in Beschlag genommen wäre.

Auf den Vorwurf der Ungleichbehandlung ging Wessels nicht direkt ein. Er entgegnete, dass «man generell darauf hinwirkt, dass es möglichst wenig Randale gibt». Das mache man bei Fussballspielen so und das habe man auch am Voltaplatz so gemacht. Zudem hätte es sich nicht um eine Besetzung des Areals gehandelt, sondern um Anwohner, die «für ein absolut legitimes Anliegen kämpfen», nämlich für den Erhalt der Häuser an der Wasserstrasse. Dazu hätten sie im Mai auf der Voltaplatz einen Infostand errichtet. Mit dieser Aussage, Wessels sprach vom illegal errichteten Holzturm, der Tage nach der Krawallnacht von den Behörden abgerissen wurde, sorgte der Baudirektor für den Lacher des Abends.

Die Protestierenden hätten gemäss Wessels viel Rückhalt im Quartier gehabt. Auch deshalb habe man zu einem früheren Zeitpunkt auf die Räumung des besetzten Areals verzichtet, da man eine Eskalation habe verhindern wollen.

baz.ch/Newsnet

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