Breite Rheinpromenade bis nach Frankreich

Wegen der Einsprache eines unterlegenen Bauunternehmers verzögert sich der Bau der Flaniermeile vor dem Novartis Campus. Doch das Projekt soll nur aufgeschoben sein.

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Das umgestaltete und stark frequentierte Kleinbasler Rheinufer wird Konkurrenz erhalten. «Rheinbord-­Schwärmer», Schwimmer, Spaziergänger und Velobegeisterte dürften sich freuen: In nicht allzu ferner Zukunft wird vom St.-Johanns-Park bis zur französischen Grenze eine neue Rhein­ufer-Promenade entstehen.

Bis Ende 2015 soll das 28 Millionen Franken teure Projekt fertig gebaut sein, wie das Basler Bau- und Verkehrsdepartement gestern bekannt gegeben hat. Danach wird es möglich sein, von der Schifflände aus durchgehend bis zur Dreiländerbrücke in Huningue zu spazieren, die Frankreich mit dem deutschen Weil am Rhein verbindet.

Wo zuvor am linken Grossbasler Brückenkopf der Dreirosenbrücke Lagerhäuser in die Höhe ragten, befindet sich heute ein temporärer «Zen-Garten» – eine präzis gefurchte Kiesfläche. Dort wird dereinst eine grosszügige Freitreppe aus Tessiner Gneis die Verbindung zur neu entstehenden Rheinpromenade schaffen. Der Höhenunterschied kann aber auch über eine weniger steile, langgezogene Rampe überwunden werden.

Bauunternehmer interveniert

«Eigentlich hätten wir im Frühling mit den Bauarbeiten beginnen können», sagt der Projektleiter Rodolfo Lardi vom Tiefbauamt. Alle entsprechenden Bebauungspläne seien genehmigt. Doch es sei noch ein Einspruchsverfahren vor dem Kantonalen Appellationsgericht hängig. Einer der unterlegenen Bauunternehmer hat gegen die Auftragsvergabe des Kantons Berufung eingelegt, weil er mit seinem Angebot nicht berücksichtigt worden war.

Voraussichtlich verzögere diese gerichtliche Auseinandersetzung den Baubeginn bis zum kommenden November. Lardi zeigt sich indes zuversichtlich, dass die Beschwerde abgewiesen wird. Doch selbst wenn das Tiefbauamt vom Appellationsgericht recht bekommen sollte, steht es der Baufirma immer noch offen, das Verfahren vor Bundesgericht weiterzuziehen. «In diesem Fall müssten wir uns halt nochmals gedulden», sagt Lardi.

Ohne einen solchen Verzug konnte die Novartis anstelle der ehemaligen Hafenbahn und eines Krans bereits den Bau des Hochhauses Asklepios 8 vorantreiben. Richtung Rhein ist vor diesem Gebäude auch bereits ein Rohbauabschnitt der wellenförmig geschwungenen Promenade-Mauer erstellt, die dereinst mit Kalksteinen verkleidet werden soll.

Für alle Jahreszeiten

Diese Kalkstein-Mauern werden ein bestimmendes Gestaltungselement des rund 600 Meter langen Uferabschnitts zwischen Dreirosenbrücke und Huningue. Denn die beträchtlichen Höhenunterschiede zwischen der oberen Promenaden-Ebene und dem vorgelagerten Bermenweg müssen abgestützt werden. Der obere, an den Novartis Campus angrenzende Weg wird durchgehend mindestens vier Meter breit angelegt. Die geteerte Begegnungszone für Velofahrer und Fussgänger soll durch gekieste Verbreiterungen aufgelockert werden. In diesen Buchten werden dereinst Sitzbänke mit Rheinsicht zum Verweilen unter Bäumen einladen. Zum Gedenken der Kelten-Siedlung an dieser Stelle sind Periskope geplant, die einen Blick auf Exponate bieten soll, die im Boden versenkt sind. Des Weiteren wird ab 2016 ein öffentliches Restaurant in zwei noch zu erstellenden Baukörpern des Novartis Campus zu Tisch laden.

Aufgrund ihrer Höhe ist die Promenade sicher vor Überflutung – nicht so der vorgelagerte Ufer- oder Bermenweg, der zwischen 2,8 und 4,9 Meter breit sein wird. Wie am liebevoll auch «Rhyviera» genannten Kleinbasler Ufer soll es für Rheinschwimmer auch hier möglich sein, in die Fluten zu steigen. Dafür sind am östlichen und am westlichen Ende des Bermenwegs flache Treppen vorgesehen. Dazwischen sollen noch zwei Leitern den Ein- und Ausstieg ermöglichen. Auch die vier geplanten Duschen werden das Schwimmen attraktiv machen. Für tierische Schwimmer soll das neue Ufer aber auch etwas bieten: In verborgenen Bauten sollen Biber Unterschlupf finden.

Basler Zeitung

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