Basel bündelt seine Kräfte im Jugendbereich

Gleich hinter dem Messeturm, an der Rosentalstrasse 17, öffnet das Haus der Berufsbildung seine Pforten. Sieben Institutionen ziehen hierher.

Hier steht die Berufsbildung Jugendlicher im Mittelpunkt. Foto: Kostas Maros

Hier steht die Berufsbildung Jugendlicher im Mittelpunkt. Foto: Kostas Maros

Die Adresse lässt sich merken. Denn das neue Haus der Berufsbildung befindet sich unmittelbar hinter dem Messeturm vis-à-vis der Rosental-Anlage. Eine vorzügliche und zentrale Lage, ein grosszügiger Vorplatz schmückt den Eingangsbereich. Das Licht der Morgensonne durchflutet die mit viel Glas ausgestattete Liegenschaft. Etwas schattiger dürfte es allerdings nachmittags werden, verkriecht sich die Sonne doch ab dann hinter dem Messeturm.

In den ersten drei Etagen dieses Hauses, das überdies in den oberen Stockwerken mit rund hundert Wohnungen bestückt ist, befinden sich sieben Institutionen, die sich mehrheitlich um die Berufsbildung Jugendlicher kümmern. Dabei handelt es sich um die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung, die Fachstelle Förderung und Integration, um die Gap-Case-Management-Berufsbildung, um die Lehraufsicht, um die Kriseninterventions­stelle sowie um das Rektorat Zentrum für Brückenangebote. Dazu gesellt sich jedoch auch die Fachstelle Erwachsenenbildung.

«Ein lange gehegter Traum»

Damit befinden sich alle wesentlichen Anlaufstellen, die mit Berufsbildung zu tun haben, unter einem Dach. Die Zusammenführung sei ein «lange gehegter Traum» gewesen, so Erziehungsdirektor Conradin Cramer. Es sei dies mitunter auch ein Zeichen dafür, dass das Berufsbildungssystem weiter gestärkt werden soll. «Wir haben die Chance gepackt, innerhalb eines Jahres diese Räumlichkeiten zu beziehen. Die Berufsbildung hat jetzt eine Adresse in der Stadt, was sie vorher nicht hatte.»

Dies auf rund 26'00Quadratmeter Fläche, 250 Quadratmeter weniger als zuvor. Hier befinden sich insgesamt nicht nur 92 Ar­beitsplätze, sondern auch zahlreiche Besprechungszimmer. Jährlich erwartet dieses Haus 12'000 Besucherinnen und Besucher.

Die Zusammenlegung an einem einzigen Standort bringt vor allem eines: kurze Wege zwischen den Institutionen. Jugendliche, die hinsichtlich ihrer Bildungsabsichten erhöhten Beratungs- und Betreuungsbedarf haben, könnten nun, so sagt es Brigitta Spalinger, die Leiterin Lehraufsicht und Berufsinspektorin, «warm weitergereicht werden».

Die unmittelbare Nähe der Institutionen fördert Synergien zutage, beispielsweise zwischen der Fachstelle Förderung und Integration und der Kriseninterventionsstelle KIS, die, mit einer ähnlichen Klientel beschäftigt, auf einer Etage unmittelbar nebeneinander platziert sind. «Das ist ideal für uns», so der Leiter der Volksschule, Dieter Baur.

Abläufe optimieren

Die kurzen Wege sind nicht nur für die Kunden vorteilhaft, sie optimieren auch die Abläufe. Ausserdem führt die Arbeit an einem Standort zu einer gewissen «Interprofessionalität», so Ulrich Maier, Leiter Mittelschulen und Berufsbildung. Mit anderen Worten: Die Schnittstellen beeinflussen die Arbeiten innerhalb der Berufsbildung positiv. Dienstleistungen können optimiert, administrative und betriebliche Aufgaben zusammengefasst werden. «Wir erwarten», so Maier, «einen grossen Mehrwert unserer Dienstleistungen.»

Und dies zu einem günstigeren Preis: So bezahlen die Institutionen rund 100'000 Franken weniger Mietzins als an ihren vorherigen Standorten. Auch wenn hierbei also einiges eingespart wird – ein Sparprojekt ist das Haus der Berufsbildung nicht, sondern dient in hohem Mass der Berufsintegration junger Menschen. Eine Notwendigkeit.

Denn im städtischen Umfeld ist der Prozentsatz von Jugendlichen mit erschwerten Bedingungen für den Eintritt in die berufliche Grundbildung schweizweit sehr hoch. Eine vernetzte Zusammenarbeit der beteiligten Fachstellen präsentiert sich deshalb als zentraler Lösungsansatz.

Tag der offenen Tür: Samstag, 18. Januar, 10 bis 16 Uhr.

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