AKW Fessenheim soll vom Netz

Schweizer und südbadische Atomkraftgegner fordern, das elsässische AKW wegen der Erdbebengefahr am Oberrhein abzuschalten. Laut Betreiberin Electricité de France hält es einem Beben stand.

Atomkraftgegner und die AKW-Betreiberin sind sich uneins, ob Fessenheim sicher ist oder nicht.

Atomkraftgegner und die AKW-Betreiberin sind sich uneins, ob Fessenheim sicher ist oder nicht.

(Bild: Keystone)

Ruedi Rechsteiner, Vizepräsident des Trinationalen Atomschutzverbands (Tras), fühlt sich durch das Erdbeben in Japan in der Kritik am Atomkraftwerk (AKW) Fessenheim bestätigt. Tras hatte kürzlich beim Strassburger Verwaltungsgericht geklagt, um zu erreichen, dass das elsässische AKW abgestellt wird – unter anderem, weil es nicht erdbebensicher sei. Das Verwaltungsgericht lehnte die Klage am 9. März ab. Vor dem Hintergrund der Ereignisse in Japan, wo Atomkraftwerke schwer beschädigt wurden, erneuert Rechsteiner seine Kritik: «Selbst wenn es in Japan gut gehen sollte und sie mehr Glück als Verstand haben – Fessenheim ist älter als die meisten japanischen AKW.»

Der südbadische Umweltverband Bund verwies in einer Medienmitteilung gestern darauf, dass der Oberrheingraben zu den seismisch aktivsten Zonen in Frankreich und Deutschland gehöre. 1356 hat ein starkes Erdbeben Basel zerstört. «Im Gegensatz zu Japan ist das Grenzgebiet am Oberrhein technisch und organisatorisch nur schlecht auf die potenziellen Gefahren vorbereitet.» Deshalb fordert der Verband die schnellstmögliche Abschaltung des nicht erdbebensicheren AKW Fessenheim.

«Dann stimmen Berechnungen nicht mehr»

Die AKW-Betreiberin Electricité de France (EDF) hat in der Vergangenheit stets darauf verwiesen, dass das Atomkraftwerk von Beginn an für ein Erdbeben konzipiert worden sei, das zweimal so stark wie das von Basel 1356 sei – dies entspreche den französischen Vorschriften, sich auf das historisch stärkste Erdbeben zu beziehen. Rechsteiner sagt: «Das ist verrückt. Uns sind interne Berichte zugespielt worden, in denen EDF selber sagt, das AKW sei nicht erdbebensicher.» Ausserdem gehe man nie davon aus, dass das Beben direkt unter dem Atomkraftwerk stattfinde. «Dann stimmen die Berechnungen nicht mehr.»

Laut einem AKW-Verantwortlichen investiert EDF zehn Millionen Euro in bessere Brandschutz- und Alarmsysteme für Erdbebensicherheit. So werden Betonpfeiler und Zwischenwände im nichtnuklearen Teil eingefügt.

Basler Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt