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3-D-Streifen verwirren Verkehrsteilnehmer

Die Basler Regierung verwirft die Idee von dreidimensionalen Fussgängerstreifen.

Martin Regenass
Ziel einer optischen Täuschung ist, die Sicherheit von Strassen querenden Fussgängern zu erhöhen. Foto: Gusti Productions
Ziel einer optischen Täuschung ist, die Sicherheit von Strassen querenden Fussgängern zu erhöhen. Foto: Gusti Productions

Dem menschlichen Auge erscheinen sie wie Blöcke, die aus dem Boden kommen: Fussgängerstreifen, die derart auf die Strasse gemalt sind, dass sie räumlich erscheinen. Diese schwebenden Balken sollen auf Verkehrsteilnehmer wie ein Hindernis wirken und Autofahrer dazu bringen, vor Fussgängerstreifen in Bremsbereitschaft zu gehen und langsamer zu fahren.

Ziel dieser optischen Täuschung ist, die Sicherheit von Strassen querenden Fussgängern zu erhöhen. Das bekannteste Beispiel eines 3-D-Fussgängerstreifens existiert im isländischen Städtchen Isafjordur.

Die grüne Grossrätin Michelle Lachenmeier hat vor zwei Jahren im Grossen Rat einen Vorstoss erfolgreich lanciert. Er verlangt von der Regierung mit einem Pilotversuch die Realisierung solcher 3-D-Fussgängerstreifen auch in Basel. Die Regierung beantwortet das Begehren nun abschlägig. Weil dreidimensionale Streifen nur aus einer Fahrtrichtung wahrnehmbar seien, würden sie sich einzig für Einbahnstrassen eignen. Viele Fussgängerstreifen liegen jedoch im Zweirichtungsverkehr oder befinden sich bei Kreuzungen. So lasse sich fast oder gar keine 3-D-Wirkung erzielen. «Die Ansicht derartiger Streifen aus der Gegenrichtung oder vom Trottoir verwirren massiv und stellen nach Ansicht des Regierungsrats auch keine ‹willkommene optische Aufwertung› dar», heisst es in dem Bericht.

Kein Spielraum

Zudem seien die rechtlichen Grundlagen zur Bemalung von Fussgängerstreifen klar definiert. Das Strassenverkehrsgesetz sehe keine Ausnahme zu den gelben oder bei Pflästerung weissen Balken vor. Die kommunalen Behörden hätten keinen Handlungsspielraum. Ein Pilotversuch müsste beim Bund beantragt und durch diesen bewilligt werden. Davon will die Regierung allerdings absehen. «Der Regierungsrat erkennt keinerlei Vorteile in 3-D-Fussgängerstreifen. Wohl aber deutliche Nachteile.»

Michelle Lachenmeier zeigt sich auf Anfrage nicht sonderlich überrascht über den Entscheid. «Er war aufgrund der rechtlichen Situation eigentlich zu erwarten.» Dennoch hätte sich Lachenmeier etwas mehr «Mut» vom Regierungsrat erhofft, da Fussgängerstreifen oft schlecht beleuchtet seien und vor allem Kinder die Geschwindigkeit von Autos nur schwer einschätzen könnten. Immerhin, so Lachenmeier, wolle die Regierung zwei Vorstösse zur Tempobegrenzung oder besseren Verkehrssignalisation bei Schulhäusern umsetzen und dafür beim Grossen Rat Mittel beantragen.

Dem Auge erscheinen sie wie Blöcke, die aus dem Boden kommen: Fussgängerstreifen, die so auf die Strasse gemalt sind, dass sie räumlich erscheinen. Diese schwebenden Balken sollen auf Verkehrsteilnehmer wie ein Hindernis wirken und Autofahrer dazu bringen, vor Fussgängerstreifen Bremsbereitschaft zu erstellen und langsamer zu fahren. Ziel der optischen Täuschung ist es, die Sicherheit von Strassen querenden Fussgängern zu erhöhen. Das bekannteste Beispiel eines 3-D-Fussgängerstreifens, der in Indien erfunden wurde, ist das isländische Städtchen Isafjordur.

Die grüne Grossrätin Michelle Lachenmeier hat vor zwei Jahren im Parlament einen Vorstoss erfolgreich lanciert. Dieser verlangte von der Regierung mit einem Pilotversuch die Prüfung und Realisierung solcher 3-D-Fussgängerstreifen auch in Basel. Die Regierung beantwortet Lachenmeiers Begehren nun abschlägig. Weil dreidimensionale Streifen nur aus einer Fahrtrichtung als schwebende Balken wahrnehmbar seien, würden sie sich nur für Einbahnstrassen eignen. Da viele Fussgängerstreifen jedoch über Strassen mit Zweirichtungsverkehr führten oder sich bei Kreuzungen befinden, lasse sich fast oder gar keine 3-D-Wirkung erzielen. «Die Ansicht derartiger Streifen aus der Gegenrichtung oder vom Trottoir verwirren massiv und stellen nach Ansicht des Regierungsrats auch keine ‹willkommene optische Aufwertung› dar, wie sich das die Anzugstellenden erhofften», heisst es in dem Bericht.

Zu hohe Hürde

Zudem stellten die rechtlichen Grundlagen zur Bemalung von Fussgängerstreifen eine hohe Hürde dar. Das Strassenverkehrsgesetz sehe keine Ausnahme zu den gelben oder bei Pflästerung weissen Balken vor. Daher hätten die kommunalen Behörden auch keinen Handlungsspielraum. Ein Pilotversuch müsste beim Bund beantragt und durch diesen bewilligt werden. Davon will das Bau- und Verkehrsdepartement allerdings absehen. «Der Regierungsrat erkennt keinerlei Vorteile in 3-D-Fussgängerstreifen. Wohl aber deutliche Nachteile.»

Michelle Lachenmeier zeigt sich auf Anfrage nicht sonderlich überrascht über den Entscheid. «Er war aufgrund der rechtlichen Situation eigentlich zu erwarten.» Dennoch hätte sie sich etwas mehr «Mut» vom Regierungsrat erhofft. Immerhin, so Lachenmeier, wolle die Regierung zwei Vorstösse zur Tempobegrenzung oder besserer Verkehrssignalisation bei Schulhäusern umsetzen und dafür beim Grossen Rat Mittel beantragen.

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