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350 Einkommensmillionäre in beiden Basel

224 Einkommensmillionäre sind für Basel-Stadt 2005 ausgewiesen und 125 für das Baselbiet. In Basel-Stadt machen die Einkommensmillionäre gerade mal 0,18 Prozent der Steuerpflichtigen aus, zahlen aber 8,42 Prozent des gesamten Steuerbetrages.

Wieviel an Steuern zahlen die Reichen? Nachdem das Wirtschaftsmagazin Bilanz zum grössten Teil vergeblich versuchte, diese Frage für die Schweiz zu beantworten, hat baz.online die Situation bezüglich der Einkommen in den beiden Basel analysiert. 2005 gab es in Basel-Stadt 224 Personen, welche ein steuerbares Einkommen von mehr als einer Million Franken pro Jahr angaben und damit als Einkommensmillionäre gelten. Von diesen sind 118 Einwohner, die übrigen sind im Stadtkanton steuerpflichtig, weil sie eine Liegenschaft oder eine Firma besitzen.

Der Steuerbetrag von 84,4 Millionen Franken, den die Einkommensmillionäre am Rheinknie ablieferten, ist im Verhältnis zu ihrem Anteil an der Bevölkerung eindrücklich: Sie zahlten mit 8,42 Prozent der insgesamt 1,003 Milliarden Franken fast 48 Mal mehr Steuern als ihr Anteil an den Steuerpflichtigen betrug (0,18 Prozent). Diesen Einkommensmillionären kann man also nur schwerlich einen mangelnden Beitrag an die Allgemeinheit vorwerfen - im Gegensatz zu nicht deklarierten Millionären...

Weit höher als die Zahl der Einkommens- liegt die Zahl der Vermögensmillionäre. Laut Erhebungen der Eidgenössischen Steuerverwaltung aus dem Jahre 2003 wohnen in Basel-Stadt rund 5300 Millionäre.

Pauschalbesteuerung für reiche Ausländer

Von einer Vorzugsbehandlung profitieren können in beiden Basel nur reiche Ausländer, die sich in der Region ansiedeln, ohne hier einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Diese werden mit der so genannten Pauschalbesteuerung angelockt. Als Basis für ihre steuerliche Einschätzung wird der Lebenshaltungsaufwand herangezogen, was zu relativ tiefen Steuern führt. Weil die Nordwestscheiz jedoch keine eigentliche Tourismusregion ist, sind diese Fälle ziemlich selten.

Im Baselbiet gab es 2005 125 Einkommensmillionäre, wie Peter Nefzger, Vorsteher der Steuerverwaltung, zu baz.online sagte. Ansonsten sind für den Kanton Basel-Landschaft nur Angaben bis 2002 erhältlich, und ohne Kategorie für Einkommensmillionäre. So waren für 2002 495 Personen verzeichnet, die ein Einkommen von über 500'000 Franken versteuerten und dafür 60,6 Millionen Franken an Steuern bezahlten, was 8,37 Prozent des Steuerertrags entsprach. Zum Vergleich: In Basel-Stadt gab es 2005 644 Personen mit über 500'000 Franken Einkommen. Sie lieferten 128,3 Millionen Franken ab - 12,79 Prozent des gesamten Betrages an Einkommenssteuern.

Derzeit ist man im Baselbiet daran, die Bevölkerungs- und Steuerstatistik zu verbinden, um mehr Angaben in diesem Bereich zu erhalten.

Mit 6420 Franken im Schnitt

Fast unmöglich ist es zu beziffern, wie viel an Steuern jemand bezahlen muss, damit er Nettosteuerzahler ist - das heisst, dass er mehr Steuern bezahlt, als er an Leistungen vom Staat bezieht. Diese Leistungen sind zu komplex und zu wenig genau einschätzbar (zum Beispiel, wie stark jemand von Infrastrukturen wie den Strassen profitiert), als dass man dies in präzise Zahlen fassen könnte.

Eine interessante Zahl gibt es dennoch: Wenn jemand in Basel-Stadt im Jahr 2006 einen Einkommenssteuerbetrag von 6420 Franken leistete, lag er gemessen an den Staatsausgaben genau im Durchschnitt. Wer also mehr bezahlte, trug überdurchschnittlich zu den Staatsausgaben bei. Diese Zahl hat Ulrich Gräf, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Statistischen Amtes Basel-Stadt, aufgrund der Einkommenssteuern, der Bevölkerungszahl sowie der Staatseinnahmen und -ausgaben ermittelt, wie er gegenüber baz.online sagte.

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