30-Millionen-Spende für Ozeanium

Der Basler Zolli hat von einem Gönner 30 Millionen Franken für den Bau des Meerwasseraquariums an der Heuwaage erhalten. Damit ist die Finanzierung des Grossprojekts auf gutem Weg.

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Alexander Müller@mueller_alex

Es ist die grösste Einzelspende, die der Basler Zolli je erhalten hat: 30 Millionen Franken hat ein Gönner für den Bau des Ozeaniums zukommen lassen. Der Name des grosszügigen Mäzens bleibt ein Geheimnis. «Der Spender will anonym bleiben», sagte Verwaltungsratspräsident Martin Lenz am Donnerstag gegenüber den Medien. Das Geld sei dem Zoo vertraglich zugesichert worden. Fliessen wird es allerdings nur, wenn das Ozeanium auch wirklich gebaut wird.

Damit das Ozeanium in sechs bis sieben Jahren eröffnet werden kann, braucht es jedoch noch weitere Anstrengungen bezüglich Fundraising: Insgesamt stehen dem Zolli derzeit 40 Millionen zur Verfügung. Der Bau auf der Heuwaage wird aber rund 100 Millionen Franken kosten. Dank der anonymen Lead-Spende ist der Zolli aber auf gutem Weg: «Wir sind jetzt überzeugt, dass die Finanzierung des Projekts klappen wird.»

Kein Geld vom Staat

Zolli-Direktor Oliver Pagan freute sich sichtlich über die gewaltige Spende für das Ozeanium. Er sprach aber davon, dass noch viele Gespräche mit Stiftungen, Fonds und möglichen Spendern nötig seien, um die restlichen 60 Millionen Franken sicherzustellen. Die Spendensuche für das Mammutprojekt werde auch ausserhalb der Region Basel vorangetrieben.

Kein Geld erwartet der Zolli von der Öffentlichen Hand – weder für den Bau noch für den Betrieb. Der einzige Beitrag, den der Kanton Basel-Stadt leisten wird, ist die Abgabe des Areals im Baurecht zu einem symbolischen Preis. Dazu wird der Grosse Rat noch dem Bebauungsplan zustimmen müssen. Das Parlament dürfte in den kommenden Monaten darüber entscheiden. Nicht ausgeschlossen ist auch Widerstand von Kritikern des Ozeaniums und damit ein mögliches Referendum.

Mit dem Ozeanium erhielte die Stadt kostenlos einen neuen Besuchermagneten: Der Zolli rechnet mit 500'000 bis 700'000 Besuchern pro Jahr. Dies würde, trotz eines moderaten Eintrittspreises von rund 18 Franken, einen kostendeckenden Betrieb ermöglichen – im Gegensatz zum Zolli selbst, dessen defizitärer Betrieb nur dank regelmässigen Spenden finanziert werden kann. Reich werde man mit dem Ozeanium aber nicht, stellte Pagan klar: «Wir machen kein Geld auf dem Buckel der Tiere».

Korallenzucht wird intensiviert

Im bestehenden Vivarium laufen bereits erste Vorbereitungen für den Besatz der neuen Meerwasseraquarien auf der Heuwaage. Schon heute werden für das 150'000 Liter umfassende Korallenaquarium im Ozeanium erste Korallen gezüchtet. Im nächsten Jahr wird die Zucht intensiviert. Ziel der Verantwortlichen ist es, bis zur Einrichtung des Becken, rund 50 Quadratmeter Korallen aus eigener Zucht bereitzustellen.

Im Jahr vor der Eröffnung des Ozeaniums werden dann zudem auch Quallen im grossen Stil gezüchtet. Rund 1000 Tiere aus vermutlich vier verschiedenen Arten werden dereinst in verschiedenen Becken zu sehen sein.

baz.ch/Newsnet

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