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15 Millionen für neue Trinkwasseranlage

Die wegen Chemikalienspuren im Trinkwasser nötig gewordene Aktivkohle-Filteranlage der Hardwasser AG soll 15 Millionen Franken kosten. Die beiden Basel teilen sich die Investitionskosten hälftig.

Die provisorischen Aktivkohle-Filter in der Zentrale West.
Die provisorischen Aktivkohle-Filter in der Zentrale West.
Bettina Matthiessen

Dieser Tage ist das Baugesuch für die neue Aktivkohleanlage auf dem Hardwasser-Areal in Birsfelden eingereicht worden, welche die beiden provosorischen Anlagen dort sowie in den Langen Erlen ablösen soll. Der Spatenstich ist im Frühling 2012 geplant; das erste Trinkwasser soll Ende 2013 aus den neuen Filtern fliessen.

Mit der geplanten Anlage unter die Schwelle der Messbarkeit sinken sollen insbesondere die chlorierten Butadiene, welche den Kanton Baselland zu einer Verfügung an die Hardwasser bewegt haben, das Trinkwasser seit 2008 zusätzlich zu filtern. Auch andere organische Spurenstoffe bleiben in der Aktivkohle hängen.

Ausbaufähig

Projektiert ist in Sichtweite der Rheinfelderstrasse eine Halle mit vier Becken mit je 180 Kubikmeter granulierter Steinkohle, von denen im Normalbetrieb drei benutzt werden. Alle etwa drei Jahre muss die verschmutzte Kohle ersetzt werden; man kann diese zwei- bis dreimal regenerieren. Verwendbar wäre auch Aktivkohle aus Kokosschalen; diese ist aber teurer, und im Test war Steinkohle etwas besser.

Die geplante einstufige Filteranlage kann bei Bedarf um weitere Stufen - etwa Oxidation oder Membranfilter - ohne Neubau ergänzt werden. Die Gemeinde Muttenz hatte sich für eine eigene zweistufige Anlage und gegen den Bezug von Hardwasser-Trinkwasser entschieden. Für jede Anlage sei der Bedarf spezifisch abzuklären, hiess es dazu bei der Hardwasser.

Die Kapazitäten der geplanten Anlage von 70'000 bis zu 95'000 Kubikmeter pro Tag würden jedenfalls reichen für weitere Kundschaft - oder wenn in der Region gemeindeeigene Anlagen ausfielen, wie Projektleiter und Hardwasser-Vizechef Thomas Gabriel sagte.

Preis-Fragen

Dass frühere Kostenschätzungen von 10 bis 12 Millionen Fr. für den Bau der Anlage nun mit 15 Millionen klar übertroffen werden, wurde mit laufendem Erkenntnisgewinn beim Projektieren erklärt - man hatte sich etwas verschätzt. Das Filterverfahren sei beim Institut TZW in Karlsruhe ein Jahr lang getestet worden.

Wegen der provisorischen Filter, mit denen die Betriebskosten stiegen, hat Hardwasser den Kubikmeterpreis schon von 22 auf 30 Rappen erhöht. Die neue Anlage sei effizienter, doch seien noch nicht alle Finanzdetails geklärt. Bestehen die Kantone auf einer Amortisation, könnte der Kubikmeter auf etwa 33 Rappen steigen, sagte Verwaltungsratspräsident Roman Meury.

Die Hardwasser-Generalversammlung soll überdies im Juni über Anpassungen ihres Finanzierungsmodells mit Arbeits- und Leistungspreis befinden, wie weiter zu erfahren war. Heute kämen Gelegenheitsbezüger zu billig weg, weil die Dauerkunden das Gros der Fixkosten trügen.

Schlagzeilen

Im Übrigen wird für Sauberwasser, das bei der Aufbereitung mit Aktivkohle gelegentlich anfallen wird, nördlich des Werkareals ein 2000-Quadratmeter-Versickerungsbecken naturnah eingerichtet.

Die Chemikalien-Spuren im Hardwasser-Wasser waren von Greepeace 2006 öffentlich gemacht worden. Die Umweltorganisation schrieb sie nahen alten Deponien in Muttenz zu. Bei der Hardwasser ist man weiter überzeugt, es handle sich im Wesentlichen um Relikte aus dem Rheinwasser, das sie im Hardwald-Boden zu Trinkwasser aufbereitet.

SDA/kng

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