Polizei schnappt falschen Polizisten mithilfe von Bankangestellten

Eine 83-jährige Frau konnte gerade nochmal davor bewahrt werden, dem «Kriminaltechniker» 30'000 Franken zu übergeben. Er war offenbar auch für einen Betrugsfall in Baselland verantwortlich.

Die 83-jährige Frau war kurz davor, das Geld abzuheben und in einem Taxi nach Bottmingen zu überbringen.

Die 83-jährige Frau war kurz davor, das Geld abzuheben und in einem Taxi nach Bottmingen zu überbringen.

(Bild: Keystone)

Mittlerweile vergeht kaum noch ein Tag ohne Meldung von falschen Polizisten. Die Staatsanwaltschaft schickt wöchentlich Warnungen und Tipps, wie man sich verhalten soll, um nicht in die Fänge der Betrüger zu geraten.

Am vergangenen Freitag konnte nun ein falscher Polizist geschnappt werden, der wahrscheinlich für mindestens zwei Betrugsfälle verantwortlich ist – einen in Basel-Stadt und einen im Kanton Baselland. Wie die Polizei Basel-Stadt mitteilt, wollte der 30-jährige Deutsche mithilfe einer Komplizin eine 83-jährige Rentnerin täuschen.

Die Komplizin gab sich als Kriminalpolizistin aus und teilte der Rentnerin mit, ihr Vermögen sei in Gefahr. Das Geld sollte die 83-Jährige dann jedoch einem «Kriminaltechniker» übergeben. Die Vorgehensweise erinnert an einen ähnlichen Fall in Pratteln, über den die BaZ am Samstag berichtete.

Als die Rentnerin bei ihrer Bank eintraf und die 30'000 Franken beziehen wollte, wurden die Angestellten misstrauisch. Sie fragten die ältere Frau nach ihren Gründen für den hohen Geldbezug. Als diese erklärte, dass die «Kriminalpolizei» sie angewiesen habe, das Geld zu beziehen, verständigten die Angestellten die echte Polizei.

Die Bank kann viel verhindern

Die Rentnerin erhielt in der Zwischenzeit mehrere Anrufe, in denen sie aufgefordert wurde, mit einem Taxi nach Bottmingen zu fahren und das Geld dort dem «Kriminaltechniker» zu übergeben.

Ebendieser «Kriminaltechniker» konnte im Laufe des Nachmittags in einer gemeinsamen Aktion der Polizei Baselland und Basel-Stadt festgenommen werden.

«Wir sind sehr froh, wenn Banken auf die Betrugsmasche sensibilisiert sind und gerade ältere Kunden ansprechen, wenn sie hohe Geldbeträge beziehen möchten», sagt Peter Gill, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft. Die Bank sei oft die letzte Instanz, die noch etwas verhindern könne.

kha

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