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Trickbetrüger reden jetzt Baseldeutsch

In den vergangenen Tagen gelang es Betrügern an das Geld von zwei Opfern zu kommen. Schaden: 37'000 Franken. Eine Allschwilerin erzählt, wie auch sie einen seltsamen Anruf erhielt.

Die 70-jährige A. aus dem Quartier Neu-Allschwil wurde hellhörig, als sie vor wenigen Tagen einen Anruf erhielt. Ein Baseldeutsch sprechender Mann sagte, er sei vom Bundessicherheitsdienst und im Quartier sei eine Einbrecherbande unterwegs, die es auf Geld und Schmuck abgesehen habe. «Dann sagte er mir noch, in einem Adressbuch, das die Einbrecher bei sich führten, würde meine Adresse stehen und dass ich in Gefahr sei», erzählt A.

Weil sie unsicher war, ob der Anrufer echt war, sah sie im Internet nach – und fand heraus, dass es den Bundessicherheitsdienst (BSD) zwar gibt, dieser aber für die innere Sicherheit der Schweiz zuständig ist und nichts mit Einbrüchen zu tun hat. Das gehört zum Aufgabenbereich der Polizei. Dort rief A. dann auch gleich an, nachdem sie dem Unbekannten am Telefon versprochen hatte, sich wieder zu melden.

Enkeltrickbetrüger sind wieder sehr aktiv

Die Kantonspolizei Basel-Landschaft bestätigte A.s Verdacht: Niemand vom BSD oder der Polizei hatte sie angerufen. «Es waren Betrüger, die versuchten, mich zu täuschen und Wertsachen von mir zu bekommen.» A. rief, nachdem sie die Polizei verständigt hatte, auf die von dem Mann angegebene Nummer an, weil sie eine fingierte Übergabe einfädeln wollte, welche die Polizei im Hintergrund überwachen würde. Doch die Nummer war ungültig.

Der Fall A. ist kein Einzelfall. In der Region sind die Enkeltrickbetrüger wieder sehr aktiv. «Aktuell häufen sich bei der Polizei Basel-Landschaft Meldungen aus der Bevölkerung über Telefonanrufe falscher Polizisten», sagt Adrian Gaugler, Sprecher der Baselbieter Polizei. «In zwei Fällen gelangten die Täter ans Ziel und erbeuteten Bargeld in der Höhe von 37'000 Franken.

Opfer wurde eine 81-jährige Rentnerin aus Muttenz, so die Polizei. Die Frau übergab den Tätern Bargeld in der Höhe von 17'000 Franken. Beim zweiten Fall handelt es sich um eine 84-jährige Frau aus Liestal, welche den falschen Polizisten 20'000 Franken übergab. «Bei einem dritten Fall konnte die Polizei die Übergabe eines grösseren Geldbetrages rechtzeitig verhindern», so Gaugler.

Ratschläge von der Polizei

In den vergangenen Tagen gingen bei der Einsatzleitzentrale der Polizei Basel-Landschaft gehäuft Meldungen aus der Bevölkerung ein, wonach sich falsche Polizisten telefonisch gemeldet hätten. So waren es alleine seit anfangs Jahr rund 40 gemeldete Fälle. Auch die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt ruft zur vermehrten Wachsamkeit auf, da seit Anfangs Jahr täglich jemand die Notrufnummer 117 wähle und einen Verdacht auf Enkeltrickbetrüger melde. «Wir kennen ebenfalls Fälle, in denen jemand anrief und Schweizerdeutsch sprach», sagt Peter Gill, Medienchef der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt. «Es kann sich dabei um Trittbrettfahrer handeln. Möglich ist auch, dass die Betrügergruppen neu mit Personen zusammenarbeiten, die von hier sind, um weniger Verdacht zu wecken.»

Die Polizei rät, der Display-Anzeige nicht zu vertrauen. Die Anzeige auf dem Telefon könnte manipuliert sein. Die Strafverfolgungsbehörden gibt folgende Hinweise:

  • Die Polizei fordert nicht auf, Geld bei einer Bank oder einem Finanzinstitut abzuheben.
  • Ebenso wenig fordert die Polizei auf, Geld aus Gründen der Sicherheit in einen anderen Kanton oder ins Ausland zu bringen.
  • Die Polizei verlangt nicht, dass man ihr Geld oder Schmuck sowie weitere Wertgegenstände aushändigt.
  • Haben Sie geringste Zweifel, ob es sich um echte Polizisten handelt, nehmen Sie unverzüglich über Notruf 117 mit der Kantonspolizei Kontakt auf
  • Die Polizei verlangt kein Geld, damit man nicht verhaftet wird.
  • Deponieren Sie kein Geld an unbekannten Orten.

Empfehlungen der Staatsanwaltschaft:

  • Seien Sie misstrauisch gegenüber unbekannten Anrufern oder fremden Personen, die Sie auf der Strasse ansprechen.
  • Gewähren Sie keinen fremden Personen Zutritt zu Ihrer Wohnung oder zu Ihrem Haus.
  • Geben Sie keinerlei Auskünfte über Ihre Vermögenssituation und über vorhandenes Geld respektive Schmuck oder Wertsachen.
  • Bewahren Sie keine grösseren Geldbeträge Zuhause auf.
  • Geben Sie keine Auskunft, ob Sie alleine wohnen.
  • Geben Sie keine Auskünfte über Ihr Alter, Ihren Zivilstand, Beruf und Gesundheitszustand.
  • Geben Sie keine Kreditkartennummern, Pin Code, Passwörter und Bankkartennummern bekannt.
  • Gewähren Sie keinen Unbekannten (Fremd-) Zugriff auf Ihren PC oder Ihr Smartphone.
  • Sollte sich jemand als Polizist oder Kriminalbeamtin ausgeben und Sie auffordern, Geld bei einer Bank oder einem Finanzinstitut abzuheben und dieses aus Gründen der Sicherheit zivilen Beamten zu übergeben, so verständigen Sie sofort die Polizei über die Notrufnummer 117.
  • Sollten Sie Opfer einer dieser Betrugsmaschen (falsche Polizisten, Enkeltrick etc.) geworden sein, so kontaktieren sie unverzüglich die Polizei.

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