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Larven des Laubholzbockkäfers vor den Toren Basels gefunden

Der gefürchtete Asiatische Laubholzbockkäfer ist in Weil am Rhein wieder aufgetaucht: In einer gefällten Pappel im Hafen Weil am Rhein wurden lebende Larven gefunden.

Der kleine Böse mit den langen Fühlern: Der Asiatische Laubholzbockkäfer.
Der kleine Böse mit den langen Fühlern: Der Asiatische Laubholzbockkäfer.
Keystone

Die befallene Pappel war im März aus anderen Gründen gefällt worden; beim Zersägen fand man dann die Larven, wie Lokalbehörden am Dienstag Angaben der «Basellandschaftlichen Zeitung» bestätigten. Hingeschaut hat man, weil im Weiler Hafenareal schon früher Käferalarm ausgelöst worden war und die Bäume seither beobachtet wurden. Der Laubholzbockkäfer gelangt in ungenügend behandelten Fracht-Holzpaletten aus Asien hierher.

Diesseits der Landesgrenze, durchaus in Käferflugdistanz, sehen die baselstädtischen Behörden noch keinen akuten Handlungsbedarf. Man verlasse sich weiterhin auf das nach dem ersten Käferalarm in Basler Rheinhafen 2011 lancierte Monitoring-Konzept für die nahe gelegenen Stadtbäume, sagte Stadtgärtnerei-Chef Emanuel Trueb.

Erhöhte Bereitschaft in Basel

Nach dem aktuellen Weiler Larvenfund sei man noch aufmerksamer, auch wenn bisher auf Stadtboden weder Käfer noch Larven gefunden wurden. Wegen begrenzter Mittel sei indes «das Raster nicht so eng, wie es vielleicht jetzt angezeigt wäre». Bei einem Verdacht schaut man sich aber laut Trueb jeden Stadtbaum an, mit Kletterern oder Hebebühne.

Öffentliche Basler Bäume stünden alle in einem Kataster und würden so mindestens jährlich inspiziert. Auf Privatboden hingegen, falls die Eigentümer nicht achtsam sind, würden befallene Bäume wohl nur zufällig entdeckt. Wegen des Schadenpotenzials dieses Käfers würden solche Hölzer sofort entfernt – auch gegen den Willen der Eigentümer. Der Basler Rheinhafen Kleinhüningen liegt wenige hundert Meter oberhalb des Weiler Hafens, umzingelt von engem Siedlungsgebiet. Die nahen Rheinhäfen Birsfelden und Muttenz hingegen grenzen an den Hardwald, was eine heimliche Ausbreitung erleichtern würde. 2012 waren im Birsfelder Hafen Ausfluglöcher in Holzpaletten aufgefallen.

Neue Info-Kampagne

Im darauf festgelegten 500-Meter-Überwachungsgürtel neben den Häfen seien bisher trotz geschulter Suchhunde weder Larven noch Käfer entdeckt worden, sagte nun Ueli Meier, Leiter des Amtes für Wald beider Basel. Weil jene Hunde angeschlagen hätten, seien drei Bäume gefällt worden; Käfer oder Larven waren aber keine (mehr) daran. Die Raupen des Asiatischen Laubholzbockkäfers hinterlassen grosse Frassgänge im Holz. Befallene Bäume können instabil werden und auch absterben. Nach zwei Jahren als Raupe in Baumstämmen verpuppt er sich, fliegt als Käfer aus, paart sich und legt Eier.

Ausflugzeit für diesen Käfer ist März bis Mai, hierzulande wegen den Temperaturen wohl primär Mai. Laut Meier suchen diese Käfer Wärme und Licht, zögen also den Waldrand mit Sonne dem tiefen Wald vor. Weil die letztjährige Informationskampagne mit Schildern im Hardwald «relativ viel Feedback» ergeben habe, werde sie heuer wiederholt.

Bisher drei Orte bekannt

Da der grosse schwarzweisse Käfer mit langen Antennen in der Schweiz keine Fressfeinde hat und nicht sehr wählerisch ist, fürchtet man flächendeckende Schäden in Laubwäldern. Nach Käferfunden auf dem Winterthurer Sulzer-Areal waren dort 2012 fast 300 Bäume gefällt und vernichtet worden.

Inzwischen sind Raupen und Larven in einigen Kantonen gefunden worden; Freiland-Befall ist an bisher drei Orten bekannt. In Marly FR etwa ist ein Schutzwald betroffen; die Kosten für die nötigen Notfällungen und Nachkontrollen dort werden auf weit über zwei Millionen Franken beziffert.

SDA/ker

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