Juso wollen Xavier Naidoos Auftritt verhindern

Die Baselbieter Juso kritisieren, dass Xavier Naidoo im Juli im Park im Grünen in Münchenstein auftritt - er sei rassistisch und antisemitisch.

Xavier Naidoo muss sich immer wieder gegen Kritik verteidigen.

Xavier Naidoo muss sich immer wieder gegen Kritik verteidigen.

(Bild: Keystone)

Die Baselbieter Jungsozialisten (Juso) fordern, dass der geplante Auftritt von Xavier Naidoo und seiner Band Söhne Mannheims auf dem Summerstage-Festival abgesagt werden soll. Xavier Naidoo sei rassistisch und antisemitisch.

Das Summerstage-Festival findet vom 6. bis 8. Juli im Park im Grünen in Münchenstein statt. Neben Bands wie «Passenger» ist dieses Jahr auch ein Auftritt von Xavier Naidoo und seiner Band Söhne Mannheims geplant. Der Veranstalter des Festivals beschreibt die Live-Auftritte der Söhne Mannheims auf der Website mit den Worten: «kraft- und eindrucksvoll».

Die Juso kritisieren, dass die Lieder der Söhne Mannheims jedoch einen falschen Eindruck vermitteln. «Xavier Naidoo ist in der Vegangenheit schon mehrfach mit klar homophoben und antisemitischen Aussagen aufgefallen. Und wer sich gewaltverhehrlichend äussert, hat auf einem Konzert im Baselbiet nichts verloren», sagte Nils Jocher von den Baselbieter Juso dem SRF Regional Journal.

Doch wie sinnvoll ist es Auftritte von Personen, die nicht die eigenen Ansichten vertreten, zu verbieten? Erst im März wurde ein Podium mit dem AfD-Denker Marc Jongen im Zürcher Theaterhaus Gessnerallee abgesagt, um der Afd keine Bühne zu bieten. Eine kritische öffentliche Auseinandersetzung kam so nicht zustande.

Kritik an der aktuellen Single «Marionetten»

Die Songs von Xavier Naidoo stehen immer wieder in der Kritik. Zuletzt für den Text des Lieds «Marionetten». Naidoo fragt da: «Wie lange wollt ihr noch Marionetten sein?» Politiker nennt er «Sachverwalter», die von «Puppenspielern» gelenkt werden. (vollständiger Songtext)

Die Juso fordert von Sponsor Migros, sich von Naidoos Aussagen zu distanzieren und ihn und seine Band wieder auszuladen. Die Migros zeigte Verständnis für die Bedenken: «Wir können gut verstehen, dass das Lied polarisiert und bei gewissen Leuten auch sauer aufstösst. Aber solange die Lieder nicht gegen Gesetze verstossen fallen sie unter künstlerische Freiheit.»

Zu den Vorwürfe zur aktuellen Single «Marionetten» veröffentlichte das Label von Xavier Naidoo ein Statement und verwies darauf, dass «einzelne Fragmente oder Satzteile hier – teilweise aus dem Kontext gerissen – bewertet, gedeutet und heftig kritisiert wurden.» Als Musiker könne Xavier Naidoo damit aber gut leben, da für ihn «die Kunst- und Meinungsfreiheit eines der höchsten Güter überhaupt ist.» Auch im Konflikt um seinen Auftritt im Park im Grünen scheint derzeit das Recht auf freie Kunst und freie Meinungsäusserung zu siegen.

baz.ch/Newsnet

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