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Grillparty statt Quarantäne

Die Bevölkerung soll wegen des Coronavirus zu Hause bleiben. Doch die Richtlinien halten die wenigsten Menschen in beiden Basel davon ab, bei den warmen Temperaturen nach draussen zu gehen.

Im Allschwiler Wald sind überdurchschnittlich viele Menschen unterwegs. Foto: Kostas Maros
Im Allschwiler Wald sind überdurchschnittlich viele Menschen unterwegs. Foto: Kostas Maros

Die Richtlinien der Behörden sind klar: Um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, soll man wenn möglich zu Hause bleiben und Menschenansammlungen meiden. Die frühlingshaften Temperaturen in der Region Basel locken die Familien aber auf die Strasse, an den Rhein und in den Wald. Die wenigsten können dem frühlingshaften Wetter widerstehen.

Im Allschwiler Wald sind überdurchschnittlich viele Menschen unterwegs: Spaziergänger jeder Altersgruppe, Jogger und Familien, die mit ihren Kindern grillieren und das schöne Wetter geniessen.

Beim Allschwiler Weiher sieht man die abgestellten Velos schon von weitem. Sie sind kaum zählbar. Man hört Kinder lachen, und der Geruch von grilliertem Fleisch steigt einem in die Nase. Es scheint, als hätten sich mehrere Familien aus der Nachbarschaft im Allschwiler Wald zum Mittagessen verabredet.

Die Kinder spielen zusammen, rutschen die steilen Hänge herunter, spielen Verstecken und bauen Hütten aus Ästen. Währenddessen unterhalten sich die Eltern über Gott und die Welt und bereiten das Essen für die Kinder auf dem Grill vor: Fleisch, Gemüse und Chips gibt es zu knabbern. Das Holz zum Anfeuern steht wie immer neben den Grillstellen bereit. Ob tiefere Temperaturen und Regen die Leute ermuntern könnten, zu Hause zu bleiben? Wohl eher.

Rheinufer ist auch voll

Doch nicht nur im Allschwiler Wald geniessen die Menschen das schöne Wetter. Sie sitzen auch am Rhein und geniessen die Sonne. Vor allem diejenigen, die nicht zu Hause arbeiten können und ins Geschäft müssen. Sie verbringen ihre Mittagspause am Rheinufer, am Nachmittag gesellen sich auch die Schülerinnen und Schüler hinzu.

Das Rheinbord ist am Mittwoch belebt. Bild: Leserfoto
Das Rheinbord ist am Mittwoch belebt. Bild: Leserfoto

Am Mittag sind es verhältnismässig noch wenige, und sie ­sitzen auch mit etwas mehr Abstand zueinander als vor den ausgesprochenen Massnahmen der Behörden. Dies ändert sich aber am Nachmittag, denn dann kommen immer mehr Menschen aus ihren Wohnungen und sonnen sich am Fluss.

«Es gibt noch viele Leute, die den Ernst der Lage noch nicht begriffen haben», sagt ein Passant, der im Park bei der Drei­rosenbrücke trainiert. Sollten noch mehr Leute in den Park zum Training kommen, dann gehe er wieder. «Ich möchte das Risiko einer Ansteckung nicht eingehen.»

Das sehen aber nicht alle so. Dadurch, dass nun so viele Menschen in den Wald gehen und sich ans Rheinufer setzen, steigt natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass noch strengere Massnahmen von der Regierung und dem Bund verhängt werden.

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