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Fünf neue Corona-Fälle in Basel, erster bei der Novartis

Der Infektionsherd in Mülhausen betrifft Novartis und Roche besonders, da ein Teil ihrer Belegschaft aus dem Elsass kommt.

Der Pharmariese hat einen erkrankten Mitarbeiter.
Der Pharmariese hat einen erkrankten Mitarbeiter.
Urs Jaudas

Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis das Coronavirus auch die grossen Basler Firmen erreicht. Novartis bejaht am Donnerstag der BaZ, dass ein erster Fall im Unternehmen bekannt ist: «Wir können bestätigen, dass es innerhalb unserer Belegschaft zu einer ­Infektion kam. Wie von den örtlichen Behörden empfohlen, ­befinden sich die Person sowie weitere Personen, die in engem Kontakt mit ihr standen, nun in Quarantäne», schreibt Mediensprecher Daniel Zehnder. Ob die betroffene Person aus dem ­Elsass stammt, will Novartis mit Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte nicht mitteilen.

Nachdem am Mittwoch bekannt wurde, dass ein grösserer Infektionsherd in Mulhouse entstanden ist, liegt diese Vermutung zumindest nahe. 18 Prozent der Belegschaft bei Novartis sind im Elsass wohnhaft. Bei der Roche sind es 11 Prozent. Beide Firmen sehen davon ab, besondere Massnahmen in Bezug auf Grenzgänger aus Frankreich zu erlassen. Dafür sei man bei sämtlichen Angestellten sehr kulant, was Homeoffice betrifft: «Novartis verfügt über flexible Arbeitsmodelle, und viele Mitarbeitende arbeiten unabhängig von der ­aktuellen Situation von zu Hause aus.» Einen Anstieg beim Home­office könne man bislang nicht verzeichnen.

Beim zweiten Basler Grossunternehmen, der Roche, seien derzeit keine Infektionen bekannt, schreibt Mediensprecher Karsten Kleine. Als Vorsichtsmassnahme würden Mitarbeiter, die sich kürzlich in Risikogebieten aufhielten, zwei Wochen lang von zu Hause aus arbeiten. Auch grössere interne Veranstaltungen werden verschoben. Die Situation im Elsass werde beobachtet und laufend neu bewertet.

In Mülhausen angesteckt

Die Behörden im Elsass gaben am Mittwoch bekannt, dass ­in Mülhausen mittlerweile der Status einer Epidemie erreicht worden sei. Welche Massnahmen nun getroffen würden und inwiefern sich das auf die Grenzgänger auswirke – diese Fragen beantwortete die zuständige Medienstelle des GrandEst der BaZ nicht. Auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) liess die Medienanfrage nach Massnahmen bezüglich des Infektionsherds in unmittel­barer Nähe der Schweizer Grenze bislang unbeantwortet.

Ebenfalls wenig auskunftsfreudig zeigt sich dieses Mal das Basler Gesundheitsdepartement: «Wir gehen davon aus, dass der Coronavirus in der Region Basel angekommen ist. Eine epidemische Ausbreitung in ganz Europa ist ein realistisches, mögliches Szenario – unabhängig von einzelnen Grenzen», schreibt Medienverantwortliche Anne Tschudin zur Auswirkung der Lage in ­Mülhausen auf Basel. Der Kanton ­vermeldete am Donnerstag fünf neue Ansteckungen. Zwei der betroffenen Personen haben sich an einer grossen religiösen Veranstaltung in Mülhausen, die vom 17. bis zum 21. Februar in der Freikirche La Porte ouverte stattfand, infiziert (die BaZ berichtete). Es ist nahezu unmöglich, die Ansteckungsketten zurückzuverfolgen, die dort entstanden sind. Die Freikirche hat eigenen Aussagen zufolge keine genaueren Angaben zu den rund 2000 Personen, die teilnahmen.

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