Ein neues Bauchzentrum für Basel

Das Zentrum «Clarunis» enthält Elemente beider Partner, des Claraspitals und des Universitätsspitals.

Die beiden Gesundheitsdirektoren Lukas Engelberger (BS) und Thomas Weber (BL) begrüssen diesen Schritt, teilte die Gesundheitsdirektion von Baselland mit.

Die beiden Gesundheitsdirektoren Lukas Engelberger (BS) und Thomas Weber (BL) begrüssen diesen Schritt, teilte die Gesundheitsdirektion von Baselland mit.

(Bild: Nicole Pont)

Das Universitätsspital Basel (USB) und das private Basler Claraspital wollen ein gemeinsames Zentrum für die Behandlung von Bauchpatienten gründen. Damit wollen sie sicherstellen, dass in der Region Basel längerfristig hochspezialisierte Medizin angeboten wird.

Das Zentrum «Clarunis» - der Name enthält Elemente beider Partner - vereine das Fachwissen und die Fallzahlen beider Spitäler in der Viszeralchirurgie und der Gastroenterologie, sagten die Verantwortlichen am Mittwoch vor den Medien. Sie rechnen mit jährlich über 9000 Fällen, davon rund 350 in der hochspezialisierten Medizin. Erwartet wird ein Umsatz von 25 Millionen Franken pro Jahr.

Mit der strategischen Kooperation werde auf anstehende Herausforderungen und die Dynamik im Gesundheitswesen reagiert, sagte Claraspital-Verwaltungsratspräsident Raymond Cron. Gemäss USB-Verwaltungsratspräsident Robert-Jan Bumbacher sind grosse Veränderungen notwendig, um als Spital mittel- und langfristig «fit» bleiben zu können.

Kapital- und Stimmenmehrheit bei Claraspital

Gegründet werden soll im Herbst eine einfache Gesellschaft, an der das Claraspital aufgrund der eingebrachten Fallzahlen 55 Prozent und das USB 45 Prozent hält. Zu «Clarunis» wechseln sollen rund 150 Mitarbeitende der beiden Partnerspitäler - die entsprechenden Ärztinnen und Ärzte, das Spezialpflegepersonal sowie das Case Management. Extern gesucht wird ein Geschäftsführer.

Ein Personalabbau sei nicht vorgesehen, sagte USB-Direktor Werner Kübler. Der Zusammenschluss sei «keine Sparübung». Dennoch erhoffen sich die Partner durch die erwartete Steigerung der Qualität auch eine Kostendämpfung, wie Claraspital-Direktor Peter Eichenberger sagte. Das Claraspital erhoffe sich zudem einen verbesserten Zugang zur Forschung. Diese werde mit dem Zentrum gestärkt.

Die heutigen Standorte der Partnerspitäler sollen erhalten bleiben und weiterhin Grundversorgung und Notfallleistungen erbringen. Die hochspezialisierte Medizin soll künftig jedoch jeweils dort zur Anwendung kommen, wo die Kompetenz am Grössten ist. Eine vertiefte Zusammenarbeit in der Region war aufgrund einer Untersuchung auch von einer Kommission der Universität Basel empfohlen worden.

Separate Abrechnungen

Mit der neuen Gesellschaft soll Patientinnen und Patienten in der Region Basel auch künftig ein umfassendes medizinisches Angebot zur Verfügung stehen. Ohne Zusammenschluss droht gemäss den Verantwortlichen längerfristig ein Verlust der Leistungsaufträge in gewissen hochspezialisierten Bereichen, weil die geforderten Fallzahlen nicht erreicht würden.

Die bisherigen Kooperationen und Leistungsaufträge der Partnerspitäler sollen weitergeführt werden. Mit den Versicherern schliessen beide Spitäler zudem weiterhin eigenen Verträge ab. Sie rechnen auch die von ihnen erbrachten Leistungen separat ab. «Clarunis» könne mit oder ohne der per 2020 geplanten Fusion der öffentlichen Spitäler von Basel-Stadt und Basel-Landschaft zum Universitätsspital Nordwest bestehen, sagten die Verantwortlichen weiter. Stimmen Parlament und Volk der Spitalgruppe der beiden Basel zu, würden sich die Kapitalverhältnisse an «Clarunis» ändern. Die Stimmenmehrheit würde jedoch beim Claraspital verbleiben.

Regierungen begrüssen Vorhaben

Keinen Einfluss habe das Vorhaben auf die Anfang 2017 vorgestellten Absichten einer Kooperation in der Viszeralchirurgie zwischen dem USB und dem Kantonsspital Baselland (KSBL). Diese würde per Anfang 2020 greifen. Dass das KSBL derzeit noch nicht an Bord ist, hängt gemäss Bumbacher mit der Komplexität des Vorhabens zusammen.

Der Start von «Clarunis» ist auf 1. Januar 2019 vorgesehen. Noch offen sind die Zustimmung der Wettbewerbskommission und steuerrechtliche Fragen. Begrüsst werden die Pläne von den Regierungen der beiden Basel. Damit werde die Hochschulmedizin in der Region Basel gestärkt, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung. Der Schulterschluss einer öffentlichen-rechtlichen und privaten gemeinnützigen Institution habe «schweizweit Pioniercharakter». Die Basler Regierung hatte am Dienstag dem USB die Genehmigung für die Auslagerung erteilt.

kha/sda

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