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«Ein bissle Party gemacht»

Die Fasnachtszunft Ryburg amtete zum 10. Mal als Gastgeberin des internationalen Narrentreffens.

Für manche schlicht «genial»: Fasnacht in Möhlin. Foto: Pino Covino
Für manche schlicht «genial»: Fasnacht in Möhlin. Foto: Pino Covino

«Gestern Abend haben wir ein bissle Party gemacht», sagt ­Melissa von den Klein-Berliner-Bären aus Melchingen, «ein bissle vorgestimmt für heute.» Die Party ist ein wichtiger Bestandteil des Narrenlebens. Alle schwärmen davon, wenn auch nicht immer in denselben Tönen. Möhlin erlebte am Wochenende närrische Tage, das 54. Internationale Treffen der Vereinigung Hochrheinischer Narrenzünfte (VHN). Das Grösste, das ein hochrheinischer Narr erleben darf.

Die einzige Schweizer Narrenzunft, die Teil der VHN ist, ist die Fasnachtszunft Ryburg. Auf heimischem Terrain war es ihr vorbehalten, den Umzug vom Sonntag durch Möhlin anzuführen. Es ist das 10. Internationale in Möhlin. Alle sechs Jahre kehrt der Anlass in die Schweiz zurück.

Deutsche dominieren

Über 3000 Personen nehmen teil. Nicht nur auf der Umzugsstrecke dominieren die Deutschen. Auch am Strassenrand sind sie in der Überzahl. «Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zu unseren Ennet-am-Rhy-Narren und sind stolz darauf, als einzige Schweizer Zunft bei der VHN dabei zu sein», sagt OK-Chefin Renate Erni.

Teilnehmen am Umzug dürften grundsätzlich alle. «Wir sind bemüht, unserer Bevölkerung einen vielfältigen, abwechslungsreichen Umzug zu bieten.» Am Samstag bietet das Internationale neben Partys in der Mehrzweck- und der Fuchsrain-Halle einen Nachtumzug mit Guggen und Tambouren. «Eine schöne Sache», kommentiert Andrea vom Gugge-Ensemble Todtmoos, «wir haben noch ein Konzert gespielt, gingen aber schon um Mitternacht schlafen.»

Die vielleicht schillerndste Figur im Umzug ist Jake Blues. Zumindest nennt er sich so. Er leitet die Zunftmusik der Narrenzunft Schwörstadt, die sich als Blues Brothers inszeniert. Jake ist Schweizer. «Es gibt viele Schweizer, die in Deutschland einkaufen, und viele Deutsche, die in der Schweiz arbeiten», erklärt er, «da dachte ich mir, jetzt gehe ich mal nach Deutschland arbeiten und komme in die Schweiz zum Einkaufen.»

Unterm Strich nur Positives

Ronald, Mitglied des Elferrats Karsau, ist schmuck gekleidet. Umhang, Sakko, Schiffchen auf dem Haupt. Er spricht von zwei schönen Tagen. Gefreut habe er sich über die vielen Antworten aus dem Publikum. Der Narr ruft dem Publikum zu: «Narri!» Und erntet bestenfalls ein: «Narro!»

Was ein gutes Treffen ausmache, sei «Spass, dass es keinen Ärger gibt und nicht zu viel getrunken wird». Katja von den Füür­geischtern Karsau, die einiges an Süssigkeiten verteilt hat, ergänzt: «Die Leute machen nicht immer so gut mit. Die Kinder haben Danke und Bitte gesagt – auch das ist nicht immer so.»

Keine Minute Pause könne man sich erlauben.

Vom Strassenrand aus verfolgten die Gemeinderäte Markus Fäs, Thomas Freiermuth und Lukas Fässler das Geschehen. «Genial», kommentiert Fäs. Was meint Freiermuth? «Der Herr Freiermuth sagt im Moment gar nichts, denn der Herr Freiermuth sollte seine Zigarre anzünden.» Damit hat der Schnitzelbänkler von den Znünihöcker seine liebe Mühe. Ein Kommentar muss doch noch sein: «Ich singe am liebsten über mich selbst, dann kann ich mich nicht ärgern.»

Jake Blues hat Spass. «Superintensiv» sei der Umzug. Keine Minute Pause könne man sich erlauben. Eine Anregung hat Ka­tja aus Karsau: «Man könnte die Preise an die deutschen anpassen. Dann wärs noch besser.» Unter dem Strich bleibt nur Positives, wenn man Andrea aus Todtmoos glauben darf. Noch vor der allerletzten Party sagt sie: «Wir kommen gerne wieder.»

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