Zum Hauptinhalt springen

Dominator stolpert über Uraufführung

Am 43. Regionalen Preistrommeln und Preispfeifen stellten sich 183 Teilnehmende der Jury. Der Seriensieger, der mit einer Eigenkomposition antrat, konnte seinen Titel nicht verteidigen.

Alleine vor Jury und Publikum anzutreten, sei «schweisstreibend», erzählen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Foto: Lucia Hunziker
Alleine vor Jury und Publikum anzutreten, sei «schweisstreibend», erzählen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Foto: Lucia Hunziker
Lucia Hunziker

Barbara Freiermuth und Ivan Kym triumphieren am 43. Regionalen Preistrommeln und Preispfeifen in Frenkendorf. Die 33-jährige Titelverteidigerin und Favoritin aus den Reihen der Halbmond Clique Frenkendorf stand zum zwölften Mal ganz oben. Für den 49-jährigen Tambour Kym von der Fasnacht Zunft Ryburg war es erst der zweite Erfolg. Allerdings muss mit dem fünffachen Basler Trommelkönig, der zudem viermal am Eidgenössischen Tambourenfest triumphierte, immer gerechnet werden.

«Ich übe sehr viel und versuche immer wieder etwas Neues zu erarbeiten», sagte eine strahlende Siegerin nach der Preisverleihung, «deshalb bedeutet mir dieser Titel auch besonders viel.» Genauso gute Laune hatte Ivan Kym. «Das kam völlig überraschend», relativierte er seinen Sieg, «ich hatte einen wirklich guten Tag.» Noch Stunden zuvor hatte er angedeutet, alles sei möglich – hinter Titelverteidiger Stefan Freiermuth.

«Viel Schwingen angesehen»

Dieser Freiermuth trat mit einer Eigenkomposition an: Schwinger. Sein Vortrag war gleichzeitig eine Uraufführung. «Ich habe mir 2019 viel Schwingen angesehen und gleichzeitig einen Marsch komponiert», erklärte Freiermuth, «darum nannte ich ihn Schwinger.» Im Sommer will der Tambour der Fasnacht Zunft Ryburg mit diesem Stück am Zentralschweizerischen Tambourenfest in Kirchberg antreten. «Es gibt schon noch Potenzial gegen oben», analysierte der Seriensieger (zehn Titel), «heute könnte durchaus jemand besser gewesen sein.» Er sollte recht behalten.

Das Preistrommeln und -pfeifen bleibt für alle eine Herausforderung. Christine Leoni (Wurlitzer) trat im Einzelwettkampf nicht an. «Zu wenig Zeit zum Üben.» Auf der Bühne zu stehen, sei «schweisstreibend». Auch wenn man dies schon mehrfach erlebt habe, «das Lampenfieber bleibt». Cliquen-Kollege Christian Bolliger trat mit einer Tambourengruppe an.

«Im Einzel bist du wirklich einsam», sagte er. Jeder wisse, da sei ein Publikum, das zuhöre, eine Jury, die zuhöre, und in diesem entscheidenden Moment komme es darauf an. «Wenn du zu zittern beginnst, wird es schwierig mit der Trommel.» Viele, die antreten, musizieren deshalb mit geschlossenen Augen.

«Ein Zückerchen»

Dennoch, so Christine Leoni, mache es einfach Freude, in einer Gruppe Musik zu machen: «Das Preispfeifen ist ein Zückerchen nebst der Fasnacht.» Für Christian Bolliger hat das Preistrommeln einen zusätzlichen Effekt: «Es treibt einen an, musikalisch besser zu werden.»

Daniel Müller sitzt seit rund 20 Jahren in der Jury. Am Samstag mussten 183 Teilnehmende beurteilt werden. Von 8.30 Uhr bis 22 Uhr lief der Marathon der Trommler und Pfeifer. «Das Niveau ist extrem gestiegen», konstatierte Müller. Geblieben seien ihm vom diesjährigen Wettspiel das Ryburger Trio, das «vom ersten bis zum letzten Schlag» perfekt im Takt trommelte sowie viele schöne Trommeln.

Das Preistrommeln und -pfeifen fand nicht wie gewohnt im Saal des Liestaler Hotels Engel statt, sondern in jenem des Hotels Wilder Mann in Frenkendorf. Engel-Betreiber und Stadt sollen sich uneinig darüber sein, wie es mit dem Saal weitergehen soll. «Deshalb kann ich heute noch nicht sagen, ob der Anlass nach Liestal zurückkehren wird», sagte Stefan Juchli, Medienverantwortlicher des Regionalen Preistrommelns und -pfeifens. Die Variante Frenkendorf habe sich angeboten, weil Platz, Akustik und Verpflegung stimmten.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch