Kooperation der Spitäler

Das Bruderholz- und das Bethesdaspital wollen in Zukunft zusammenarbeiten, die beiden Standorte sollen sich spezialisieren und nicht mehr jeweils alle Arten von Behandlung anbieten.

Keine Geburten mehr: Die Geburtshilfe soll komplett vom Bethesdaspital übernommen werden.

Keine Geburten mehr: Die Geburtshilfe soll komplett vom Bethesdaspital übernommen werden.

(Bild: Archiv BaZ)

Was bis gestern Gerücht war, wurde nun vom Kantonsspital Baselland (KSBL) gegenüber der BaZ bestätigt: Das Baselbieter Kantonsspital Bruderholz und das städtische Privatkrankenhaus Bethesda gehen eine Kooperation ein. «Wir haben mit dem Bethesda-Spital eine Absichts­erklärung unterschrieben», bestätigt KSBL-Sprecherin Christine Frey gestern.

Das Bruderholz-Spital wird zu einer operativen Tagesklinik und darf entsprechend nur noch ambulante Behandlungen anbieten. Wie die Schweiz am Sonntag feststellte, schliesst diese Regelung Geburten, nach denen Mutter und Kind meist einige Nächte im Spital verbringen, aus. «Geburten und stationäre gynäkologische Behandlungen werden bald im Bethesda durchgeführt», sagt Frey. Die jährlich 700 Geburten im Bruderholz-Spital sind bald Geschichte – damit wankt auch der Chefarzt-Posten.

Absichtserklärung unterzeichnet

Was David Hänggis Zukunft betrifft, sind die Würfel gefallen: «Er wird künftig nicht mehr nur im KSBL, sondern auch im Bethesda tätig sein», erklärt Frey. «Details, wie zu wie viel Prozent er wo arbeitet, sind Bestandteil des Vertrages, den wir jetzt erarbeiten.» Hänggi war gestern Sonntag nicht zu erreichen.

Das KSBL sehe in der Kooperation mit dem städtischen Privatspital keine Standortschwächung in Bezug auf die heiss diskutierte Spitalfusion: «Im Gesundheitswesen funktioniert der Wettbewerb anders, als in der freien Wirtschaft. Es geht darum, die besten Voraussetzungen für die Patienten zu schaffen.» Hohe Fallzahlen gehören dazu – das Bethesda verzeichnet pro Jahr fast doppelt so viele Geburten wie das Bruderholz-Spital, entsprechend höher ist die Routine der Ärzte. «Wichtiger als der Boden, auf dem das Spital steht, ist die Qualität, die es bietet», sagt Frey. Die neue Lösung bedeute eine neue Herangehensweise im Gesundheitswesen. Bereits werden Ferienpläne abgeglichen. Während die Halbkantone diskutieren, nehmen die Spitäler ihr Schicksal selber in die Hand.

Überkantonale Zusammenarbeit

Rahel Bänziger, Präsidentin der Gesundheitskommission, begrüsst die Entwicklung: «Nicht jeder Standort muss alles anbieten.» Die Zukunft heisse überkantonale Zusammenarbeit. «Diskussionen und Planung müssen bald auch die Privatspitäler miteinbeziehen, um Fachgebiete aufzuteilen.»

Bei stationären Aufenthalten übernimmt der Kanton 55 Prozent der Kosten. Die Überführung des Bruderholz-Spitals in eine Tagesklinik bedeutet aber, dass nur noch die Krankenkassen zahlen müssen. Damit der Kanton wieder in die finanzielle Pflicht genommen werden kann, und die Kosten sich nicht allein in den Prämien der Versicherten niederschlagen, muss man auf Bundesebene aktiv werden.

Basler Zeitung

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