Vom Zwetschgenrüsten bis zum Raclette-Schmaus

Die bis Mitte Oktober dauernden Baselbieter Genusswochen sind feierlich eröffnet worden.

Schnaps aus Baselbeiter Früchten an den Genusswochen 2016. Foto: Dominik Plüss

Schnaps aus Baselbeiter Früchten an den Genusswochen 2016. Foto: Dominik Plüss

Eröffnungsreden und Genuss, sagte Daniel Spinnler, stächen sich eigentlich gegenseitig aus: kaum Genuss wegen der Rede, und wenn doch, dann lediglich jener an der Vorfreude auf den anschliessenden Apéro. Dennoch hielt der Liestaler Stadtpräsident seine Rede. Hätte er aber recht behalten wollen, dann hätte er sich das Singen verkniffen. Doch Spinnler, alter Schulchorsänger mit kräftiger Stimme, sang.

Dies alles geschah am Eröffnungsanlass der 7. Baselbieter Genusswochen im Rahmen des Genussmarktes am Samstag in der Altstadt Liestals, während Passanten unverhohlen von den bereitstehenden Apéroplatten stibitzten. Unbeeindruckt intonierte Spinnler mit leicht angepassten Lyrics Patent Ochsner, sodass aus der «W. Nuss vo Bümpliz» der «G. Nuss aus Lieschtel» wurde – und aus der Unvereinbarkeit von Eröffnungsreden und Genuss ein beinah schon bleibender Moment.

Vielfältiges Programm

So, will man fast meinen, dürfen die sechswöchigen Genusswochen gern weitergehen. Weniger natürlich wegen Gesangseinlagen und forscher Worte, die mehr Genuss für die Gesellschaft, Liestal und das ganze Baselbiet fordern und die hiesige Kulinarik über den grünen Klee loben. Sondern vielmehr wegen des Genusses an sich und dessen, was die geneigten Geniesser bis am 13. Oktober alles erwartet.

Denn das Programm, das die Promotoren auf die Beine gestellt haben, ist vielfältig wie nie und umfasst rund 50 Gastgeber, die zu über 150 Veranstaltungen einladen. Sie reichen vom «musiculinarium» in Waldenburg, an dem junge Gesangstalente mit verheissungsvollen Jungköchen zusammenspannen, bis zum «Spitzen Rocklette», einem Raclette-Schmaus mit Livemusik auf dem Hof Spitzenbühl ob Liesberg. Und die eigens kreierten Menüs in zahlreichen Restaurants gehören genauso dazu wie eine Chästeilet in Sissach etwa oder ein gemeinschaftliches Zwetschgenrüsten in Gelterkinden.

Humordinner mit Muheim

Als diesjähriger Signature-Event steht ein Humordinner mit Slam-Poet Dominik Muheim im Kulturhotel Guggenheim in Liestal auf der Agenda. «Das ist mein persönlicher Höhepunkt», verrät Tobias Eggimann. Als Geschäftsführer von Baselland Tourismus hat er die Genusswochen 2013 in die Region geholt.

Die Organisation obliegt seit diesem Jahr dem Verein IG Baselbieter Genusswochen, dessen Präsident Eggimann ist. Der Anlass hat sich bereits im vergangenen Jahr von der Dachorganisation gout.ch emanzipiert, als er von der zehntägigen Genusswoche zu den anderthalbmonatigen Genusswochen wurde.

Mirabelle im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt dieser sechs Genusswochen steht eine kleine, vorwiegend gelbe, süsse und aromatische Frucht: die Mirabelle. Sie hat man zur Spezialität des Jahres erkoren, was nicht verwundern darf, schliesslich ist Mirabellen-Erntezeit – und neun von zehn Schweizer Mirabellen stammen aus dem Baselbiet.

Anlässlich der Eröffnung gab es sie als Tafelobst frisch aus dem Schälchen, als Dörrobst oder etwa als Konfitüre. Weitere Events und Menüs im Zeichen der Mirabelle folgen. In Pratteln wird sie eingemacht, in Laufen auf eine kulinarische Weltreise geschickt und in Buus mit Gin kredenzt. Bereits morgen Abend steht sie in Sissach im Zentrum eines Kochkurs.

Die Baselbieter Genusswochen haben zum Ziel, die Genusskultur zu feiern, die regionale Kulinarik zu fördern, für Saisonalität und Nachhaltigkeit zu sensibilisieren und Produzenten wie Verarbeiter in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Kurz: Es geht um das Feiern des Geniessens. Und das ist wichtig. «Schliesslich», schloss Daniel Spinnler seine Eröffnungsrede, «führt Genuss zu mehr Lebensqualität.»

www.baselbieter-genusswochen.ch

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