Trinkwasser noch immer verseucht: Hotline läuft heiss

Die Bevölkerung hat viele Fragen zum verschmutzten Wasser im Raum Liestal.

Die Brunnmeister haben mittlerweile die Chlordosis erhöht, da die Fäkalbakterien-Belastung im Trinkwasser nach wie vor zu hoch ist.

Die Brunnmeister haben mittlerweile die Chlordosis erhöht, da die Fäkalbakterien-Belastung im Trinkwasser nach wie vor zu hoch ist.

(Bild: Keystone)

Lisa Groelly

Die Belastung des Trinkwassers der Gemeinden Liestal, Arisdorf, Lausen, Seltisberg, Lupsingen und Nuglar-St. Pantaleon durch Fäkalbakterien ist nach wie vor zu hoch. Das zeigen die über 30 Proben, die das Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen am Freitag und Samstag in Pumpwerken, Trinkwassernetzen und Brunnen genommen hat.

Die Brunnmeister, die fleissig dabei sind, Chlorungen vorzunehmen, haben die Chlordosis aus diesem Grund noch erhöht. Das Chlor kann geschmacklich zwar festgestellt werden, ist gesundheitlich aber unbedenklich. Das Wasser muss aber weiterhin unbedingt während mindestens dreier Minuten abgekocht werden.

Auf der Hotline für die Bevölkerung (Tel. 0800 800 112), die der Krisenstab eingerichtet hat, sind bis am Samstagabend über 410 Anrufe eingegangen, wie Stabschef Roman Häring zur BaZ sagt. Die Menschen hätten in erster Linie Fragen dazu, wofür sie das Wasser noch verwenden dürfen. Waschmaschine und Geschirrspüler können weiterhin bedenkenlos genutzt werden. Auch ein Abwasch von Hand ist unbedenklich, die Berührung der Haut mit dem verschmutzten Wasser stellt kein Problem dar. Deshalb darf mit dem Wasser auch geduscht werden, und man kann damit den Pool füllen, in dem auch Kinder baden dürfen. Selbst Zähneputzen ist mit dem Wasser möglich.

Vorerst keine Entwarnung

Haustiere sind aufgrund der Fäkalbakterien grundsätzlich nicht gefährdet. Doch wegen des Chlors sollte mit Aquarien vorsichtig umgegangen werden. Es sollte nicht die gesamte Wassermenge auf einmal ausgewechselt werden.

Auf der Krisen-Hotline hat sich laut Häring bisher niemand gemeldet, der unter Beschwerden leidet. Auch das Kantonsspital in Liestal musste bisher niemanden deswegen behandeln. «Es ist möglich, dass die Bakterien bereits am Mittwoch oder Donnerstag im Wasser waren», sagt Häring. Menschen, die in diesen Tagen noch Wasser getrunken haben und bei denen sich Beschwerden zeigen, sollten deshalb frühzeitig einen Arzt kontaktieren. Der Krisenstab rechnet nach wie vor nicht damit, dass er vor Donnerstag Entwarnung geben kann.

Basler Zeitung

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