Studis sind kein leuchtendes Vorbild

In der Fachhochschule in Muttenz brennt während der ganzen Nacht das Licht – weil Nachwuchsarchitekten lernen, wie Gebäude künftig mehr Energie sparen können.

Der FHNW-Campus in Muttenz steht den Studenten während 24 Stunden pro Tag zur Verfügung.

Der FHNW-Campus in Muttenz steht den Studenten während 24 Stunden pro Tag zur Verfügung.

(Bild: Dominik Plüss)

Alle kennen das Bild: Die Skylines von Metropolen sind auch nachts gut sichtbar. Die Fenster der Hochhäuser strahlen um die Wette, in den Wolkenkratzern wird gelebt und auch gearbeitet. Ganz anders in Basel: Dort steht zwar das höchste Gebäude der Schweiz. Doch sobald es dunkel wird, mit Ausnahme von langen Winternächten, ist vom Roche-Turm ausser den roten Positionslichtern auf dem Dach vom Gebäude kaum mehr etwas zu sehen. Böse Zungen sagen, dass es kein Verlust ist, wenn der hässliche Klotz wenigstens in der Nacht nicht von überall her gesehen wird.

Auch ein Klotz, wenngleich deutlich eleganter, ist der Neubau der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Muttenz. Dort verhält es sich umgekehrt: Tagsüber fällt der markante Quader weniger auf als in der Nacht. Dann leuchtet das Gebäude in voller Pracht. Was anfänglich baubedingt war und dann später, in den ersten Monaten des Betriebs, aufgrund eines technischen ­Fehlers, ist mittlerweile zum nächtlichen Alltag geworden und dem Fleiss der Mitarbeiter und Studenten der Fachhochschule geschuldet. Ausser im Eingangsbereich und in den Treppenhäusern, wo Vorschriften die Dauerbeleuchtung bedingen, sind überall im Gebäude Bewegungssensoren installiert. Erst wenn die Studis den Raum verlassen – oder beim Lernen einschlafen –, gehen die Lichter aus.

Lampen auf einer Länge von 13 Kilo­metern

Über 4000 Studenten sind in einer der fünf Hochschulen im Campus Muttenz eingeschrieben. All jenen steht das Gebäude jederzeit offen. Doch nicht nur ihnen: Auch die übrigen der rund 12'000 Studis der FHNW haben jederzeit Zugang zum Gebäude in Muttenz. 24 Stunden pro Tag während 365 Tagen im Jahr. Ein Angebot, das auch mitten in der Nacht rege genutzt wird, wie Sprecher Dominik Ehrsam gegenüber der BaZ versicherte. Auch viele Mitarbeiter würden nachts an ihren Projekten arbeiten.

Während die im Minergie-­Gebäude verbauten 13 Kilo­meter langen Reihen mit LED-Lichtern glühen, denken die Studenten und Mitarbeiter des in Muttenz beheimateten Instituts für Energie am Bau unter anderem darüber nach, wie man die Energieeffizienz in Gebäuden verbessern kann.

Absolventen des Studiengangs Energie- und Umwelttechnik lernen etwa «die notwendigen Fähigkeiten, um Umwelt­management in Betrieben einzuführen». Im Roche-Turm in Basel hat das offenbar schon jemand umgesetzt. Dort wird nachts Energie gespart – und tagsüber mehr verdient.

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