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Steuerhinterziehung: Deutlich weniger Selbstanzeigen im Baselbiet

Noch 463 Baselbieter haben sich im vergangenen Jahr selber angezeigt. Grund für die rückläufigen Zahlen ist der automatische Informationsaustausch.

Automatischer Informationsaustausch macht es Steuersündern schwieriger. (Symbolbild)
Automatischer Informationsaustausch macht es Steuersündern schwieriger. (Symbolbild)
Mischa Christen

Im Jahr 2019 haben noch 463 steuerpflichtige Bürger im Baselbiet von der straflosen Selbstanzeige Gebrauch gemacht. 2018 waren es noch 1154, 2017 sogar 1927. Diese Zahlen hat der Kanton am Montagmorgen publiziert.

Bevor vergangenes Jahr der automatische Informationsaustausch (AIA) in Kraft getreten ist, waren die Zahlen noch deutlich höher. Weil durch den AIA die Informationen direkt in die Schweiz gelangen, werden Selbstanzeigen teilweise hinfällig. Aus diesem Grund sei die Zahl im vergangenen Jahr so stark zurückgegangen, sagt Remo Keller von der Steuerverwaltung auf Nachfrage.

Seit 2010 können sich Steuersünder einmal im Leben selbst anzeigen. Die ausstehenden Steuern der letzten zehn Jahre und der Verzugszins müssen nachgereicht werden, für die Hinterziehung werden sie aber nicht gebüsst.

5,2 Millionen mehr für den Kanton

2019 wurden 569 Steuerdossiers im Zusammenhang mit straflosen Selbstanzeigen bearbeitet. Gesamthaft wurden bei den eingegangenen Selbstanzeigen 52,2 Millionen Franken von nicht versteuertem Vermögen offengelegt, der grösste Einzelfall beträgt 22,8 Millionen Franken.

In diesem Zug sind dem Kanton 5,2 Millionen Franken und dem Bund 1,2 Millionen Franken Steuererträge nachgereicht worden. Das ist im Vergleich zum Vorjahr etwas weniger (5,7 Millionen Franken).

Bei dem nicht verteuerten Vermögen handelt es sich primär um Bankkonten, Wertschriftendepots, Stiftungsvermögen und vor allem um ausländische Liegenschaften. Auch hier waren die Zahlen in den vergangenen Jahren deutlich höher (2017: 105,3 Millionen Franken, 2016: 101,9 Millionen, 2015: 131,6 Millionen).

415 Verdachtsfälle aufgrund AIA

Meldungen des automatischen Informationsaustauschs zu Kontostand, Zinsertrag und Dividenden hat der Kanton Basel-Landschaft zum ersten Mal im Jahr 2019 erhalten. Insgesamt waren 63'000 Meldungen eingegangen, 13'000 davon wurden ausgewählt und geprüft.

Bislang steht bei 415 der ausgewählten Meldungen der Verdacht auf Steuerhinterziehung. Es ist damit zu rechnen, dass in den folgenden Jahren vermehrt Fälle aufgrund des AIA aufgedeckt werden.

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