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Spitex betreut neu auch in der Nacht

Ein Pilotprojekt soll den Bedarf des Dienstes im Oberbaselbiet aufzeigen und Angehörige entlasten.

Bis jetzt sind bei nächtlichen Notfällen oftmals Angehörige eingesprungen und haben ihre Familienmitglieder unterstützt Foto: Samuel Schalch
Bis jetzt sind bei nächtlichen Notfällen oftmals Angehörige eingesprungen und haben ihre Familienmitglieder unterstützt Foto: Samuel Schalch

Braucht eine kranke oder eine betagte Person aus Bubendorf oder Bretzwil mitten in der Nacht ambulante Betreuung, kann sie sich zurzeit nicht bei der Spitex melden. Die bekannte Hilfsorganisation ist für Oberbaselbieter Gemeinden nur bis 22 Uhr erreichbar. Spitexbetriebe aus dem unteren Kantonsteil bieten immerhin, dank der Zusammenarbeit mit Basel-Stadt, seit geraumer Zeit Nachtdienste für pflegerische Noteinsätze an.

Dies wird sich im Oberbaselbiet bald ändern. Nebst den bekannten und geregelten Einsätzen tagsüber werden ab 9. März auch Dienste für Notfallsitua­tionen in der Nacht angeboten. Spitexorganisationen aus dem Waldenburgertal, Lausen, Thürnen-Diepflingen und Liestal haben sich zusammengeschlossen und dieses Pilotprojekt ins Leben gerufen.

Von Arisdorf bis Langenbruck soll das Vorgehen umgesetzt werden, insgesamt sind 26 Gemeinden involviert. «Da es in der Nacht nicht so viele Einsätze gibt wie tagsüber, braucht es eine sinnvolle Grösse des Einsatzgebietes und genügend Einsätze», erläutert Claudia Aufdereggen, Geschäftsleiterin der Spitex Regio Liestal, die grossflächige Durchführung des Pilotprojekts. Der Dienst solle auch für die in der Nacht tätigen Mitarbeiter attraktiv sein.

Bis jetzt sind bei nächtlichen Notfällen oftmals Angehörige eingesprungen und haben ihre Familienmitglieder unterstützt. In Extremfällen mussten Patienten in ein Spital oder Altersheim gebracht werden. «Die Kundschaft erkundigte sich in der Vergangenheit immer wieder nach Nachtdiensten», sagt Aufdereggen. Meistens wollen ältere oder kranke Menschen nämlich nur eins: so lange wie möglich zu Hause bleiben.

Im unteren Kantonsteil haben die Spitexbetriebe seit vielen ­Jahren ein Abkommen mit dem Spitexpress von Spitex Basel. Nachts kann dieser in Notfällen gerufen werden. Im Oberbaselbieter Pilotprojekt sollen nebst den pflegerischen Notfällen zusätzlich geplante, regelmässige Nachteinsätze angeboten werden.

Meilenstein im Baselbiet

Wie die Liestaler Regio Spitex in einem Schreiben zudem verlauten lässt, sei dieses Vorgehen ein «Meilenstein in der ambulanten Gesundheitsversorgung im Baselbiet». Das Pilotprojekt soll nun endlich den Bedarf und die Wirksamkeit des Nachtdienstes aufzeigen. «Vor allem die älteren Menschen werden dieses neue Angebot nutzen», sagt Michael Harr, Geschäftsleiter der Stiftung Pro Senectute beider Basel. Gerade in der Nacht seien viele Personen auf Hilfe angewiesen.

«Die Spitex Liestal übernimmt die betriebliche Führung im ­Auftragsverhältnis der vier Or­ganisationen und hat mit dem Kanton Baselland für das Pilotprojekt die nötigen Vereinba­rungen getroffen», sagt Claudia ­Aufdereggen zufrieden. Auch ­Michael Harr lobt die gemeinsame Bündelung der Ressourcen: «Zusammen werden bei dem Test die nötigen Schlüsse gezogen, die es braucht, damit langfristig eine passende Lösung ­gefunden wird.»

Der Test wird bis Ende Dezember 2020 laufen. Der Kanton Baselland finanziert das Vorgehen bis dahin sicher mit. Zudem wird das Oberbaselbieter Pilotprojekt von der Fachhochschule Nordwestschweiz begleitet, die den Bedarf und das Kundenprofil evaluieren wird.

«Ausserdem erfüllen die 26 Gemeinden damit auch die Anforderungen des Altersbetreuungs- und Pflegegesetzes», fügt Claudia Aufdereggen hinzu. Das neue Dekret verlange nämlich, dass ein möglichst langer Erhalt der Selbstständigkeit gewährleistet werde.

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