Schweizer Salinen erweitern Salzbohrungen im Fricktal

Bei Wallbach werden ab 2026 Salzvorkommen von 7,6 Millionen Tonnen gefördert.

Rund 7.6 Millionen Tonnen Salz beinden sich nordwestlich von Wallbach, haben Sondierbohrungen gezeigt. (Symbolbild)

Rund 7.6 Millionen Tonnen Salz beinden sich nordwestlich von Wallbach, haben Sondierbohrungen gezeigt. (Symbolbild)

(Bild: Keystone)

Zurzeit fördern die Schweizer ­Salinen AG südlich des Siedlungsgebiets von Möhlin im Gebiet Bäumlihof Salz. Diese Vorkommen reichen aber nur noch wenige Jahre. Um die Saline Riburg, in der 90 Prozent des Schweizer Auftausalzes produziert werden, auch in den kommenden Jahrzehnten mit genügend Salz zu versorgen, muss das Fördergebiet erweitert werden. Dafür planen die Schweizer Salinen die Erschliessung eines neuen Bohrfeldes nordwestlich von Wallbach, dem sogenannten «Nordfeld», mit einer Fläche von rund zwei Quadratkilometern.

Sondierbohrungen hätten gezeigt, dass sich darunter ein Salzvorkommen von rund 7,6 Millionen Tonnen befindet. Mit seismischen Messungen werden im kommenden Herbst die Tiefenlage und die Mächtigkeit des Salzes, die Struktur und mögliche tektonische Brüche analysiert, erklärte gestern Gabor Fuchs, Leiter Geologie der Schweizer Salinen, in Möhlin. Insgesamt sind 51Bohrlöcher geplant. Um das geförderte Salz zur Saline Riburg zu transportieren, wird eine unterirdische Leitung von rund 5,5Kilometern Länge gebaut. Auch zwischen den einzelnen Bohrlöchern sind Leitungen nötig. 2022 soll mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Schonend mit Land umgehen

Das Nordfeld besteht aus Landwirtschaftsflächen und vereinzelten Wegen. 60 Landeigentümer und Landwirte sind von den Bohrungen und den Leitungen be­troffen. Mit ihnen suchten die Schweizer Salinen bereits 2015 das Gespräch.

Gestern wurden sie genauso wie Natur- und Umweltschutzverbände und die Gemeindebehörden von Wallbach und Zeiningen, auf deren Gemeindegebieten die Bohrungen stattfinden sollen und die Leitung verlaufen wird, auf den aktuellsten Stand der Planungen gebracht. «Uns ist der Austausch mit den Landeigentümern sehr wichtig», stellt Urs Hofmeier, Geschäftsführer der Schweizer Salinen, klar. Es gehe darum, deren Bedürfnisse anzuhören und gemeinsam die Feinplanung zu definieren, gerade auch was die Lage der Transportleitung angeht. «Wir möchten möglichst schonend mit dem Land umgehen», verspricht Hofmeier. Die Resonanz der Landeigentümer sei bis anhin positiv gewesen. Grösste Sorge vor allem der Landwirte sei eine mögliche Verdichtung des Bodens.

Obwohl das Nordfeld vereinzelt auch von Spaziergängern, Freizeit-, Pferde- und Hundesportlern genutzt wird, fielen die Reaktionen weit weniger harsch aus als bei der Rütihard in Muttenz, wo sich eine mächtige Bewegung gegen die geplanten Salzbohrungen formiert hat. «Die Wahrnehmung ist eine ganz andere als in Muttenz», bestätigt Urs Hofmeier.

Die Salzvorkommen beim Nordfeld werden für die nächsten 20 bis 30 Jahre reichen. Anschliessend sind noch zwei weitere Felder für Bohrungen im Fricktal geeignet. Die gesamten Salzvorkommen in der Nordwestschweiz reichen bis 2075, rechnet Urs Hofmeier vor. Für sämtliche Bohrungen ab 2025 müssen die Konzessionsverträge mit den Kantonen um weitere 50Jahre verlängert werden. Die Schweizer Salinen planen seit Jahren die Zeit danach. Bereits wurden im Kanton Jura – unter anderem in der Ajoie und in Buix – Sondierbohrungen durchgeführt und Salzvorkommen aufgespürt.

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