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Schulleiter kritisieren Pläne der Finanzdirektion

Der Verband wehrt sich gegen «unseriöse Mitarbeitergespräche» für Lehrer, die deren Lohn beeinflussen sollen.

Finanzdirektor Anton Lauber wird sich im Landrat gegen die Kritik verteidigen müssen. Foto: Kostas Maros
Finanzdirektor Anton Lauber wird sich im Landrat gegen die Kritik verteidigen müssen. Foto: Kostas Maros

Sämtliche Schulleiterinnen und -leiter der Primarschulen, der ­Sekundarschulen, der Gymnasien, der Musikschulen und der Berufsfachschulen stellen sich gegen das neue Lohnsystem für Lehrerinnen und Lehrer. Das von der Finanzdirektion geplante Qualifikationssystem für Lehrerinnen und Lehrer sei «unseriös und ungerecht», heisst es in einer Medienmitteilung des Schulleiterverbands. Noch letzte Woche hatte die Regierung in ihrer Stellungnahme zu einem Vorstoss im Landrat behauptet, das Vorgehen zur Einführung des Lohnsystems sei breit abgestützt.

An der Landratssitzung vom Donnerstag ist die Motion von Klaus Kirchmayr (Grüne) traktandiert. Sie verlangt, dass der Landrat die bereits beschlossene Einführung eines lohnrelevanten Mitarbeitergesprächs für Lehrerinnen und Lehrer wieder abbläst. Stimmt der Landrat der Motion zu, wird die Regierung das Anfang dieses Jahres beschlossene Personaldekret entsprechend überarbeiten müssen.

Nicht breit abgestützt

Die zuständige Finanzdirektion hat sich bisher stets geweigert, die von ihr forcierte Lösung zur Umsetzung der Leistungslöhne für Lehrerinnen und Lehrer offenzulegen. Sie würden innerhalb der Schulorganisation «breit abgestützt diskutiert», hatte die Finanzdirektion auf Anfrage der BaZ noch letzte Woche behauptet. Das ist offensichtlich nicht so. Gemäss den jetzt verbreiteten Angaben der Schulleitungen versucht die Regierung gegen den Willen sämtlicher Schulleitungen ein System durchzudrücken, das von denjenigen, die es umsetzen müssen, ausnahmslos abgelehnt wird.

Der Vorschlag der Finanz­direktion zur Bewältigung der lohnrelevanten Mitarbeiter­gespräche sei «gelinde gesagt unprofessionell», heisst es in der Mitteilung des Verbands der Schulleiterinnen und Schulleiter Basel-Landschaft. Gemäss dem von der Regierung noch unter Verschluss gehaltenen Beurteilungssystem müssten, so die Schulleiter, die Leistungen von 90 bis 95 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer ohne Begründung als «gut» bewertet werden. Damit könne sichergestellt werden, dass nur die restlichen 5 bis 10 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer einen Zusatzaufwand auslösten.

Diese von der Regierung als «deutlich schlanker» bezeich­nete Form eines Mitarbeitergesprächs will die Regierung offensichtlich entgegen der Empfehlung der selber eingesetzten Arbeitsgruppe einführen. Im Projektgremium sind nach Angaben der Finanz­direktion neben den Schulleitern aller Stufen die Schulratsprä­sidien, der Lehrerinnen- und Lehrerverband, die Amtliche Kantonalkonferenz sowie Fachpersonen der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion und der ­Finanzdirektion vertreten. Die Schulvertreter in dem Gremium fanden bei der Regierung indes kein Gehör.

Zu viel Aufwand

«Zwingend wäre, dass verbindlich definiert wird, was einen ­guten Lehrer oder eine gute ­Lehrerin ausmacht und welche Kriterien ausschlaggebend sind», schreiben die Schulleiter in ihrem Communiqué. Dazu müssten die Schulleiter Schullektionen besuchen, Elterngespräche, Schülerbesprechungen und Diskussionen der Unterrichtsteams analysieren sowie Unterrichtsvorbereitungen und korrigierte Tests überprüfen können. Diesen Aufwand wolle die Regierung ­jedoch nicht zulassen. Das neue Lohnsystem solle ohne Zusatzkosten umgesetzt werden.

«Sollen nun Schulleitungen quasi nebenbei und zusätzlich zur bisherigen Arbeit auf der ­Basis einer umfangreichen Kriterienliste bis zu 50 Personen pro Schulleitungsmitglied beurteilen und bewerten?», fragen die Schulleiterinnen und Schulleiter. Konflikte wären damit programmiert – und «eine drastische Verschlechterung des Schulklimas». Zudem: «Wenn Regierung und Parlament es wirklich ernst meinen mit der Qualifikation von Lehrpersonen, sind konsequenterweise die Ressourcen bereitzustellen, die nötig sind, um Lehrpersonen seriös zu qualifizieren».

Die Regierung beharrt jedoch auf dem von ihr vorgesehenen «schlankeren MAG für Lehrpersonen». Sie schiebt dabei gegenüber dem Landrat, ungeachtet der Kritik, das eingesetzte Projektteam vor: «Diese breit abgestützte Zusammensetzung und sorgfältig gewählte Vorgehensweise stellen sicher, dass ein praxisorientiertes Instrumentarium entwickelt wird», schreibt die ­Finanzdirektion in der von der Regierung vor einer Woche verabschiedeten Stellungnahme. Die Lösung sei massgeschneidert und auf die Bedürfnisse der Schulen ausgerichtet.

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