Rohner AG: Nun ist der Konkurs offiziell eröffnet

Pratteln

Der Kanton hat erste Massnahmen eingeleitet, um die Sicherheit zu gewährleisten. Mitarbeiter sollen ihre Forderungen platzieren.

Über das Chemieunternehmen Rohner AG in Pratteln ist der Konkurs eröffnet worden. Foto: Dominik Plüss

Über das Chemieunternehmen Rohner AG in Pratteln ist der Konkurs eröffnet worden. Foto: Dominik Plüss

Das Baselbieter Zivilkreisgericht hat den Konkurs über das Prattler Chemieunternehmen Rohner AG eröffnet. Dies hat die Baselbieter Sicherheitsdirektion am Montagmorgen mitgeteilt.

Gemeinsam mit dem Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) habe der Konkursverwalter bereits die ersten Massnahmen eingeleitet, um die «unmittelbare und mittelfristige Sicherheit von Bevölkerung und Umwelt» zu gewährleisten.

Konkursamt erhebt Inventar

Die Mitarbeiter der Rohner AG sind eingeladen, die Forderungen zur Sicherung ihrer Rechte schriftlich beim Konkursamt einzureichen. Aus dem vollständigen Inventar, welches das Konkursamt nun erstellt, sollen allfällige Erlöse gezogen werden, um den Forderungen der Mitarbeiter nachzukommen.

Das Chemieunternehmen Rohner AG in Pratteln steckt seit längerer Zeit in Schwierigkeiten. Ende Februar hatte der Kanton bei einer Routinemessung auffällige Werte entdeckt. Es stellte sich heraus, dass durch ein Leck Industrieabwasser der Rohner AG ins Grundwasser gelangt war. Die Geschäftsleitung informierte daraufhin, dass sie das Leck bereits zuvor entdeckt und behoben hätten, dieses habe «maximal einige Stunden» bestanden.

Leck von rund 15 Millionen Litern

Anfang Juni schliesslich teilte der Kanton mit, dass aus dem Leck zwischen November 2018 und Februar 2019 insgesamt rund 15 Millionen Liter Industrieabwasser ins Grundwasser geflossen sind. Aus Sicherheitsgründen verfügte das AUE, dass die Rohner AG ihr Abwassersystem per sofort ausser Betrieb nehmen musste. Für das Unternehmen bedeutete dies einen Produktionsstopp.

Laut Informationen verschiedener Mitarbeiter habe die Rohner AG bereits seit März keine Löhne mehr ausbezahlt.

lg

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