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Nicht alle Baselbieter Bisherigen haben die Wiederwahl auf sicher

Nur ein Kandidat verzichtet auf die Wiederwahl, die Übrigen steigen motiviert ins Rennen. Allerdings könnten interne Querelen und Konkurrenzen für Spannung sorgen.

Muss Maya Graf (Grüne) nach den Wahlen im Herbst ihre Tasche packen?
Muss Maya Graf (Grüne) nach den Wahlen im Herbst ihre Tasche packen?
Keystone

Nach dem Rechtsrutsch der kantonalen Wahlen in Basel-Landschaft vom Februar stellt sich für die eidgenössischen Wahlen im Herbst die Frage, ob dieser Trend anhält. Fast alle Bisherigen treten erneut an, nicht alle aber haben die Wiederwahl auf sicher. In den Nationalrat schickt das Baselbiet sieben Ratsmitglieder: SVP und SP haben bisher je zwei Mandate, Grüne, CVP und FDP haben je eines. Auf eine erneute Kandidatur bei den Wahlen im Oktober verzichtet hat der 67-jährige Christian Miesch, der in den 1990er-Jahren für die FDP im Nationalrat sass und später für die SVP.

Die SVP muss so als einzige Partei eine Vakanz wettmachen. Sie sieht sich jedoch beflügelt durch den Erfolg bei den Kantonswahlen, deren Siegerin sie zusammen mit der FDP war. Zudem war sie bisher wählerstärkste Partei im Baselbiet, und auf ihrer Liste stehen neben dem 48-jährigen Bisherigen Thomas de Courten (seit 2011 in Bern) durchwegs Kandidierende, die schon im Kantonsparlament politisieren.

Widerstandsfähige SP, gespaltene Grüne

Die SP dagegen hat im Februar ihren einzigen Regierungssitz verloren. Im Kantonsparlament konnte sie sich jedoch als zweitstärkste Partei behaupten. Sie wird auch im Herbst auf ihre Stammwähler zählen können, zumal ihre Bisherigen – der 54-jährige Eric Nussbaumer (seit 2007 im Nationalrat) und die 67-jährige Susanne Leutenegger Oberholzer (seit 1999) – vor vier Jahren Spitzenresultate erzielt hatten.

Ungemütlicher ist die Lage für die Grüne Maya Graf. Die 53-Jährige gehört seit 2001 dem Nationalrat an, wurde 2011 mit dem zweitbesten Resultat im Kanton bestätigt und war 2012/2013 erste grüne Nationalratspräsidentin. Ihr ist auch jetzt ein Spitzenresultat zuzutrauen, doch ihr Problem ist die derzeitige Form ihrer Partei.

Die Grünen erlitten bei den Wahlen ins Kantonsparlament nach internen Querelen herbe Verluste und sahen sich danach mit einer Abspaltung konfrontiert: den Grünen-Unabhängigen, die ebenfalls eine Nationalratsliste ankündigten. Zwar treten die Grünen nun wieder zusammen mit der SP an. Die EVP als dritter möglicher Partner wollte sich der Listenverbindung aber nicht anschliessen.

CVP wieder in der Mitte

Derweil setzt die CVP auf Wahlarithmetik. Sie will ihren Nationalratssitz mit einer Listenverbindung mit BDP und GLP sichern. Mit der Mitte-Alllianz hatte sie schon bei den nationalen Wahlen 2011 Erfolg. Bei den kantonalen Wahlen war sie nun indes wieder wie in früheren Jahren mit SVP und FDP zusammengegangen.

Trotz parteiinterner Kritik an diesem «Zick-Zack-Kurs» hat die CVP jetzt wieder zur Mitte gewechselt. Spekuliert wird noch, ob ihre 51-jährige Bisherige Elisabeth Schneider-Schneiter (seit 2010 im Nationalrat) durch alt Landrat Remo Franz vom rechten Parteiflügel auf der eigenen Liste in Bedrängnis geraten könnte.

Interne Konkurrenz bei FDP

Mit derlei auseinandersetzen muss sich auch die FDP-Bisherige Daniela Schneeberger: Neben der 47-Jährigen (seit 2011 im Nationalrat) steht auch Christoph Buser, Landrat und Direktor der Wirtschaftskammer Baselland, auf der FDP-Liste. Mit der Wirtschaftskammer hat Buser einen starken Machtapparat zur Hand.

Die FDP hofft zwar nach den Gewinnen bei den kantonalen Wahlen auf einen zweiten Nationalratssitz. Zudem kandidiert der 44-jährige Buser als gemeinsamer Kandidat der Bürgerlichen auch für den Ständerat. Doch vor der Nomination war sein primäres Interesse an einem Nationalratsmandat ein offenes Geheimnis.

Kampf um Ständeratssitz

Bei den Ständeratswahlen ist Buser Herausforderer des Bisherigen Claude Janiak. Der 66-Jährige, der 2007 für die SP den einzigen Baselbieter Sitz im «Stöckli» erobert hatte und zuvor auch Nationalratspräsident gewesen war, ist aus der Pole Position gestartet. Anders als vor vier Jahren sieht er sich nun aber einem gemeinsamen Gegenkandidaten der Bürgerlichen gegenüber.

SDA/naf

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