«Los, Baselbiet!»

Landrat Adil Koller fieberte mit seinen Amtskollegen mit, die sich am Schweizerischen Parlamentariercup im Rankhof zu behaupten versuchten.

Genfer Politiker (in Weiss) spielen gegen den FC Grossrat. Der FC Landrat (in Weiss) jubelte mehr als einmal. Fotos: Florian Bärtschiger

Genfer Politiker (in Weiss) spielen gegen den FC Grossrat. Der FC Landrat (in Weiss) jubelte mehr als einmal. Fotos: Florian Bärtschiger

Der Stürmer mit der Nummer 4 nimmt die Möglichkeit zum Konter wahr. Geschickt dribbelt Diego Stoll den Ball um den ­Tessiner Spieler und trifft mit einem langen Ball ins Tor. Der SPler bringt den spielfreudigenFC Landrat nach einer Minute Spielzeit gegen die ambitiösen Tessiner Parlamentarier in ­Führung. Diese verwerfen die Hände, einer stürmt aufs Feld. «Los, Baselbiet!», tönt es vom Spielfeldrand. Der junge Landrat Adil Koller fiebert mit, als seine Parlamentarierkollegen mit zwei Teams antreten.

Dank der neuen Legislatur gebe es einige neue Gesichter im Team, sagt Koller. Als erste Amtshandlung habe er sich damals für den Fussball verpflichtet, sagt Koller mit einem Augenzwinkern und spornt Stoll an, der dank einem Assist von Michael Herrmann in der 13. Minute das 2:0 schiesst.

Der Einzug ins Halbfinal ist damit gesichert. Die motivierten Gastgeber, der FC Stadtrat, verpasste in der Gruppenphase den Einzug in die begehrte Endphase. «Die Durchschlagskraft hat gefehlt», urteilt der grüne Grossrat Elias Schäfer und schliesst seinen Sohn, der im Rankhof beim FC Nordstern spiele, nach der Niederlage in die Arme.

Tiefe Frauenquote

«Die Frauenquote dürfte etwas höher sein», sagt SP-Grossrätin Lisa Mathys. Es sei eine grosse Erleichterung, durch den Sport auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.

Die politische Diskussion im Ratssaal werde durch die Teilnahme menschlicher, sagt Herrmann. «Wir sind eins auf dem Spielfeld», betont Florence Brenzikofer, die mit dem FC Landrat Eins den 20. Platz belegte. Politisiert werde wenig und wenn, dann höchstens auf liebevolle Art. Man habe sich verletzungsbedingt geschwächt aufstellen müssen, bedauert Brenzikofer. Die Landrätin der Grünen hat in letzter Minute Marco Agostini aufgeboten, der sich in Windeseile von einer Liestaler Fraktionssitzung ins Taxi Richtung Basel setzte. «Im Zug hätte ich es vor Nervosität nicht ausgehalten», sagt Agostini und scherzt mit seinen Kollegen, die sich soeben mit einem Teller Pasta stärken. Man sehe Jahr für Jahr in etwa die gleichen Gesichter, sagt Brenzikofer. «Jegliche Taktik ist irrelevant», betont Eric Nussbaumer.

Unter Parlamentariern

Man zeige sich mit kantonstypischen Aufmerksamkeiten Wertschätzung, sagt Kantonsrätin Laura Dittli aus Zug. «Von den Aargauern habe man ein Kilo Rüebli erhalten», sagt Dittli und schwärmt vom Vorabend. In Anwesenheit von Regierungsrat Baschi Dürr wurden die Teams am Freitagabend samt Galadinner und Besuch am Bebbi sym Jazz ausgelost. Der eine oder andere sei etwas verkatert, wird gemunkelt. Die Tessiner seien am ehrgeizigsten, sagt Dittli. «Weil wir Tessiner sind», sagt Stefano To­nini und schiesst stolz ein Selfie mit seinen Teamkollegen.

«Der Teamgeist ist grossartig», schwärmt Initiant Peter Howald. Geholt haben sich den Pokal – wie schon einige Male zuvor – die Walliser.

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