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Kirschessigfliege macht Rebbauern zu schaffen

Die Baselbieter Winzer waren auf die rasante Ausbreitung der Kirschessigfliege nicht vorbereitet. Der Schaden hielt sich in Grenzen, doch die Erntekosten stiegen stark an.

Ausgesaugt: Die Kirchessigfliege erschwert den Baselbieter Winzern die Weinlese erheblich.
Ausgesaugt: Die Kirchessigfliege erschwert den Baselbieter Winzern die Weinlese erheblich.
Keystone

Der Aufwand beim Herbsten ist sehr viel grösser, doch ein guter Wein wird für dieses Jahr trotzdem erwartet, wie an einer Medienorientierung von Kanton und Weinproduzenten in Maisprach am Dienstag verlautete.

In der Schweiz nachgewiesen ist die aus Südostasien eingeschleppte Kirschessigfliege seit Sommer 2011. Erstmals breitete sie sich in diesem Jahr aber explosionsartig aus. Grund seien der vergangene milde Winter und der feucht-kühle Sommer, sagte Lukas Kilcher, Leiter des Landwirtschaftlichen Zentrums Ebenrain (LZE) des Kantons Baselland.

Für die Winzer heisst dies Mehrarbeit: Gerechnet werde mit dem doppelten Zeitaufwand als üblich. Denn in den befallenen Beeren bildet sich Essigsäure, weshalb diese Beeren sorgfältig aus den Trauben ausgesondert werden müssen, will man den Wein nicht gefährden. Gleichzeitig führt das Aussondern zu einem Minderertrag. Das schmälert die Wirtschaftlichkeit. Urs Jauslin, Weinkelterer und Winzer aus Muttenz, rechnete etwa bei der frühen Sorte Garanoir mit Produktionskosten pro Kilo von 1.30 Franken statt 25 Rappen. Viele Weinbauern hatten nach dem wechselwarmen August zudem zusätzlich mit mehr Stiellähme zu kämpfen. Dabei dorrt der Stiel von Traubenteilen aus, die dann ebenfalls entfernt werden müssen.

Fliege traf Schweiz unvorbereitet

Laut Kilcher war die Schweiz auf einen solche Ausbreitung der Kirschessigfliege wie dieses Jahr nicht vorbereitet, auch wenn Mitteleuropa schon seit einigen Jahren mit dem Schädling kämpft. Das LZE hat daher eine Taskforce gebildet; das Zentrum sammelt Wissen und informiert die Bauern.

Es brauche indes auch Investitionen in die Forschung, sagte Kilcher. Denn die bisherigen Pflanzenschutzmittel reichten nicht oder seien schlecht für die Nützlinge im Rebberg. Das LZE habe daher das Institut Agroscope des Bundes, das Forschungsinstitut für biologischen Landbau sowie Experten aus Deutschland zur Kooperation eingeladen. Ausserdem gehöre es einer Arbeitsgruppe des Bundes an.

Zudem seien vorbeugende Massnahmen nötig wie das saubere Abernten von Kirschen, um Infektionsherde zu vermeiden. Die Kirschessigfliege hat in der Region Basel bisher der Reihe nach Kirschen, Beeren, Zwetschgen, Trauben und sogar einige Gemüsearten befallen. Anders als die einheimische Essigfliege befällt sie auch gesunde reife Früchte.

Ernte im Rahmen der zwei Vorjahre

Bei den Trauben mussten bisher deswegen einige vorzeitige Ernten mit entsprechend tiefem Zuckergehalt vorgenommen werden, sagte Andreas Buser, zuständig für Spezialkulturen im LZE. Auch seien wegen zu viel Essig einige Posten nicht mehr verwertbar gewesen. Dank dem Einsatz der Rebbauern dürfe sich die Qualität des meisten Traubenguts aber sehen lassen.

Derzeit sei mit rund 315 Tonnen gegen die Hälfte der Traubenernte eingefahren, was eine Gesamternte wie in den letzten zwei Jahren ergeben dürfte. Die bisherigen Zuckergehalte liegen beim Blauburgunder und beim Riesling-Silvaner leicht tiefer und beim Gutedel leicht höher als im Vorjahr. Es werde keine grosse Ernte, aber klagen könne man nicht gross dieses Jahr, sagte Buser.

SDA/sa

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