In Liestal war nicht nur das Wasser verschmutzt

Die Schreiben, die vom Kanton Baselland im Rahmen der Trinkwasserverunreinigung herausgegeben wurden, hatten so viele Fehler, dass man sie kaum mehr zählen konnte.

Es ist zu hoffen, dass mit dem sauberen Trinkwasser auch die Sprache der Kantonsangestellten, die unbestritten eine wichtige Arbeit geleistet haben, wieder etwas reiner wird.

Es ist zu hoffen, dass mit dem sauberen Trinkwasser auch die Sprache der Kantonsangestellten, die unbestritten eine wichtige Arbeit geleistet haben, wieder etwas reiner wird.

Lisa Groelly

Die Trinkwasserverschmutzung in Liestal und fünf umliegenden Gemeinden hat die Bevölkerung in der vergangenen Woche in Trab gehalten und viel Besorgnis erregt. Laut Meldungen des Kantonsspitals Baselland sowie des Kantonstierarztes hat es keinen Krankheitsfall gegeben, bei dem ein kausaler Zusammenhang zur Trinkwasserverschmutzung bestanden hat.

Es scheint aber, als hätte das Trinkwasser die Wahrnehmung beeinflusst – zumindest jene der Kommunikationsverantwortlichen des Krisenstabes in Sachen Orthografie und Grammatik. In zwei Dokumenten hat der Kanton die wichtigsten Fragen, die über die Krisenstabhotline gestellt wurden, und deren Antworten gesammelt.

So viele Fehler, dass man sie kaum zählen kann

Kantonschemiker Peter Brodmann hat an der Medienkonferenz am Montag beschrieben, dass die Probe des Wassers so viele Kolibakterien aufwies, dass man diese gar nicht mehr zählen konnte. Ähnlich verhält es sich, wenn man die insgesamt drei A4-Seiten des Kantons mit einem Rotstift bearbeitet: Der Text hat so viele Fehler, dass man sie kaum mehr zählen kann.

Da ist beispielsweise die Rede von Wasseraustusch, geklortem oder verunreinigten Wasser. Der Kaffee hat beim Kanton nur noch ein e, und nach dem Geschirrspühlen erfolgt das Abtrocken.

Sprache und Trinkwasser rein

Mit dem Wasser wurden auch Kommas gespart. Und wenn dann mal eines kommt, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass es dort gar nicht hingehört.

Keine Frage, die Informationen des Krisenstabs waren für die Bevölkerung sehr wertvoll und haben auch den Medien die Berichterstattung zum Trinkwasserproblem erleichtert. Und gewiss standen die Mitarbeiter des Krisenstabs unter einem grossen Druck und hatten nicht viel Zeit. Wir hoffen dennoch, dass mit dem sauberen Trinkwasser auch die Sprache der Kantonsangestellten wieder etwas reiner wird.

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