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«Ich bin ganz klar der Aussenseiter»

Der Oberbaselbieter Thomas Weber über seine Kandidatur, sich gegen Eric Nussbaumer zu behaupten und die Nachfolge von Adrian Ballmer anzutreten, Rucksack und seine mangelnde Bekanntheit.

Als Leiter der Filiale Zofingen schnitt Thomas Weber stellvertretend für das ASTRA (Bundesamtes für Strassenbau) im Novermber 2011 das Band zur Einweihung des Autobahnanschlusses Rothenburg zur A2 durch.
Als Leiter der Filiale Zofingen schnitt Thomas Weber stellvertretend für das ASTRA (Bundesamtes für Strassenbau) im Novermber 2011 das Band zur Einweihung des Autobahnanschlusses Rothenburg zur A2 durch.
Keystone

Da war es nur noch einer: Thomas Weber. Bereits am Dienstag hatte Landrat Paul Wenger erklärt, auf eine Nomination zum Regierungsratskan­didaten zu verzichten, und gestern ­Morgen hat SVP-Parteipräsident Oskar Kämpfer bekannt gegeben, dass drei weitere Anwärter aus dem Rennen ­aussteigen: Nationalrat Thomas de Courten, alt Landrat Hanspeter Ryser und Fraktionschef Dominik Straumann. Alle vier ebnen das Feld für Thomas Weber aus Buus, Leiter der Filiale Zofingen des Bundesamtes für Strassenbau, Oberst im Generalstab, Landrat seit 2011, ehemaliger Parteipräsident der SVP Baselland, Schafzüchter im Nebenamt, verheiratet, Vater von drei Söhnen.

Die Parteileitung habe Gespräche mit allen Nominierten geführt, und nach Abwägung aller Faktoren hätten sich die vier andern Anwärter freiwillig aus dem Rennen um die Nachfolge von Finanzdirektor Adrian Ballmer genommen, sagte Kämpfer. In der aktuellen Situation seien der Erhalt der bürgerlichen Mehrheit in der Regierung, die optimale Nutzung der kurzen Wahlkampfzeit und ein Einsatz zugunsten der Partei für alle Beteiligten von grosser Bedeutung gewesen.

Die Parteileitung habe dann Thomas Weber einstimmig zum SVP-Kandidaten gewählt, sagte Kämpfer weiter. Die Basis wird diesen Entscheid am 17. Januar noch absegnen müssen. «Sie wird den Entscheid der Parteileitung grossmehrheitlich mittragen», ist Kämpfer überzeugt. Die Wahlkampf­leitung ist gestern Morgen zudem alt Regierungsrat Jörg Krähenbühl übertragen worden.

Mehr als nur Buus und Schafzucht

Er möchte in die Regierung einbringen, was er an beruflichen Erfahrungen in seinem Rucksack gesammelt habe, sagt Weber. Vernetzen, zuhören, die ­Argumente der Gegenseite aufnehmen, Brücken bauen, Vertrauen schaffen, das gehöre zu seinen grossen Eigenschaften. Kämpfer ergänzte, Weber verfüge über breit abgestützte und langjährige Führungserfahrung sowie fundiertes ­Finanzwissen mit gewichtiger Budgetverantwortung in seiner beruflichen Führungsposition. Auf die Frage, ob er denn im Baselbiet, besonders im unteren Kantonsteil, nicht zu wenig bekannt sei, viel weniger etwa als Thomas de Courten, antwortete Weber, er lasse sich nicht einfach auf Buus, Weinbau und Schafzucht reduzieren.

Wunschkandidat der FDP

Thomas de Courten selber gab sich gestern gelassen. Im ersten Moment sei ihm ein Verzicht schwergefallen. Es gehe jetzt aber darum, gemeinsam ein Ziel zu verfolgen: den bürgerlichen Sitz in der Regierung retten. Man habe sich auf den Kandidaten mit den besten Aussichten geeinigt, das sei Thomas Weber. Ihm selber hafte ja die etwas bizarre ­Bezeichnung des SVP-Hardliners an.

Für FDP-Parteipräsidentin Christine Pezzetta-Frey ist Thomas Weber der Wunschkandidat. Er sei kein Hardliner innerhalb der SVP, verfüge über ­Führungserfahrung, über Budgetver­antwortung und er habe Erfahrung in Projektmanagement. «Für Thomas Weber ist ein tragbarer Kompromiss nicht negativ besetzt. Er könnte auch in der FDP sein.» Christine Pezzetta-Frey ist überzeugt, dass Weber auch auf die Unterstützung der FDP-Basis zählen kann. Das habe sie in zahlreichen Gesprächen mit Parteimitgliedern gemerkt.

SP-Sekretär Ruedi Brassel bezeichnet Thomas Weber als sehr umgänglich, politisch aber sei er auch ein SVP-­Hardliner. Das zeige Webers Profil auf «Smartvote» deutlich.

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