Heimatschutz bringt Waldenburg auf die Palme

Der Gemeinderat und Ruedi Riesen, Präsident des Baselbieter Heimatschutzes, liegen sich in den Haaren und tragen den Streit öffentlich aus.

«Wir hatten mehr erwartet»: Ruedi Riesen, Präsident des Baselbieter Heimatschutzes.

«Wir hatten mehr erwartet»: Ruedi Riesen, Präsident des Baselbieter Heimatschutzes.

(Bild: Julian Eicke)

Jan Amsler

Dicke Luft im historischen Städtchen Waldenburg: «Auf eine weitere Zusammenarbeit mit dem Baselbieter Heimatschutz wird aufgrund der gemachten Äusserungen in Zukunft verzichtet», lässt der Gemeinderat in seinen neusten Mitteilungen verlauten.

Das erstaunt, haben doch der Heimatschutz (BLHS) und die Gemeinde erst vor Kurzem zusammen ein gross angelegtes Entwicklungsprojekt vorgestellt mit Stadtanalyse, Architekturausstellung und Podiumsdiskussion (die BaZ berichtete).

Grund für die Aufregung ist ein Beitrag von Heimatschutz-Präsident Ruedi Riesen in der Gratiszeitung ObZ («Oberbaselbieter Zeitung»). «Die Ausführungen in diesem Bericht stimmen absolut nicht mit den wahren Begebenheiten überein», kritisiert der Gemeinderat.

So dezidiert die Waldenburger Behörden reagieren, so angriffig war auch der Text in der ObZ. An der Podiumsdiskussion von Ende Juni «konnten die Fragen an die Gemeinde kaum schlüssig beantwortet werden», schreibt Riesen. «Wir hatten mehr erwartet, vor allem eine konkrete Vorgehensweise der Gemeinde.»

«Ernüchterung kehrt ein»

Der BLHS habe 130 Stunden in das Projekt investiert. «Bei einem SIA-Honoraransatz von 120 Franken würde ein Betrag von 15’600 Franken resultieren», rechnet Riesen vor. Auch was die Arbeiten der Architekturstudenten angehe, sei die Wertschätzung «in keinerlei Hinsicht erkennbar» gewesen. Die Studenten und der Heimatschutz seien bei der Begrüssung und der Verabschiedung nur am Rande erwähnt worden, ein offizieller Dank am Schluss sei ausgeblieben.

«Wäre ein grosszügiger Beitrag an die FHNW-Studenten und die BLHS-Vereinskasse nicht angebracht gewesen?!», fragt Riesen. Und weiter: «Ernüchterung kehrt ein beim Baselbieter Heimatschutz.»

Basler Zeitung

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