Zum Hauptinhalt springen

Gysin setzt sich gegen seine Partei durch

Hans Rudolf Gysin (70) sitzt seit 1987 im Nationalrat. Und er soll auch noch ein Weilchen dort bleiben, entscheidet der Baselbieter Parteirat. Der Generationenwechsel wird auf später verschoben.

«Bei uns werden alle gleich behandelt», sagte FDP-Präsident Michael Herrmann im Hinblick auf die parteiinterne Kandidatenkür für die Nationalratswahlen im Herbst. Das war vergangene Woche. Diese Woche tönt es ganz anders: «Hans Rudolf Gysin gilt als vorweg nominiert», teilte die Parteileitung am späten Mittwochabend mit. Will heissen: Am Parteitag vom 10. Mai wetteifert eine noch unbestimmte Anzahl Aspiranten um die Listenplätze zwei bis sieben – und bei den Wahlen am 23. Oktober wird dann doch nur Gysin gewählt.

Eigentlich, so der ursprüngliche Plan der Parteileitung, hätten alle, die aufs FDP-Ticket wollen, dasselbe Bewerbungsprozedere durchlaufen müssen. Das besagt eine Regelung, die der Parteirat vor gerade mal drei Monaten verabschiedet hatte – und die am Mittwoch vom selben Gremium schon wieder über den Haufen geworfen wurde. Wegen Gysin. Dieser hatte sich nämlich bereiterklärt, der bei den kantonalen Wahlen Ende März arg zerzausten Partei zu «helfen», wie er es ausdrückte – sprich sich für eine siebte Legislatur in Bern zur Verfügung zu stellen. «Aber nur, wenn man auf mich zukommt.» Für das Nominationsreglement hatte das FDP-Urgestein entsprechend nicht viel übrig ausser Spott. Und so verzichtet die Parteileitung eben darauf.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.