FDP und SVP gewinnen – Grüne brechen ein

Die SVP hat ihr hervorragendes Ergebnis bei den Landratswahlen von 2011 nochmals steigert. Und die FDP hat ihr Horror-Ergebnis vom letzten Mal korrigiert.

Besorgte Linke. SP-Politiker verfolgen gebannt die Wahlresultate auf den Bildschirmen im Regierungsgebäude.

Besorgte Linke. SP-Politiker verfolgen gebannt die Wahlresultate auf den Bildschirmen im Regierungsgebäude.

(Bild: Dominik Plüss)

Thomas Gubler

Was sich mit dem Wahlerfolg des bürgerlichen Vierertickets bei den Regierungsratswahlen am frühen Nachmittag angekündigt hat, fand am späteren Nachmittag bei den Landratswahlen seine Bestätigung: Das bürgerliche Lager mit der FDP, der SVP – zusammen mit der CVP – hat die kantonalen Wahlen 2015 gewonnen. Die FDP gewinnt drei Sitze im Unterbaselbiet hinzu und verfügt neu über 17 Sitze. Die SVP erhält vier zusätzliche Sitze und verfügt neu über 28. SVP und FDP halten damit im neuen Kantonsparlament 45 Mandate und damit genau die Hälfte aller 90 Landratssitze.

Die SVP hat somit das wahrgemacht, was man ihr eigentlich nicht mehr zutraute: Nämlich, dass sie ihr hervorragendes Ergebnis bei den Landratswahlen von 2011 nochmals steigert. Sie erzielt gegenüber den Wahlen 2011 gut 1000 Parteistimmen mehr – 16'360 gegenüber 15'207. Und dies bei einer tieferen Stimmbeteiligung als vor vier Jahren. Diese lag bei 33,9 Prozent gegenüber 35,1 Prozent vor vier Jahren.

Bei den Freisinnigen ist die Situation etwas anders. Sie brachen vor vier Jahren um mehr als fünf Prozentpunkte förmlich ein und büssten dabei sechs Mandate ein. Am Wochenende wurden die Verhältnisse von damals, als die FDP heftig abgestraft wurde, wieder etwas korrigiert. Die FDP erhält über 2000 Wählerstimmen mehr als im annus horribilis 2011. Mit drei zusätzlichen Sitzen wird sie dafür – im Vergleich etwa mit der SVP – noch schlecht entlöhnt. Immerhin konnten die Freisinnigen ihre bisherigen Wackelsitze souverän verteidigen. Zudem wurde ein zweiter Regierungsratssitz hinzugewonnen.

Grüne: Minus vier Sitze

Wahlverlierer sind die Grünen. Sie sacken in der Wählergunst deutlich ab. Statt wie vor vier Jahren (8678 Parteiwählerstimmen) kommen die Grünen noch auf 5855. Das bedeutet einen Verlust von vier Sitzen. Mit noch acht Mandaten fallen die Grünen auch weit hinter das Ergebnis von 2007 zurück, als man elf Sitze erobert hatte. Drei der vier Sitze gehen übrigens im Unterbaselbiet, in Reinach, Münchenstein und in Allschwil verloren.

Wählerstimmenmässig stabil geblieben sind SP und CVP. Die Parteiwählerzahl der Sozialdemokraten liegt mit 13'454 um knapp 500 unter dem Ergebnis der Wahlen von 2011. Und mit 21 Sitzen verfügt die SP über die gleiche Anzahl Landratssitze wie bisher. Der Umstand aber, dass die Linke nicht mehr in der Regierung vertreten ist, macht diese gleichwohl zur Wahlverliererin. Stabilität ist auch bei der CVP angesagt: Gleich viele Wählerstimmen und gleich viele Sitze wie bisher, nämlich acht. Wobei die Christlichdemokraten in der neuen Zusammensetzung der Landratsdelegation vielleicht noch eine Spur bürgerlicher geworden sind. Und was die CVP mit den Freisinnigen gemeinsam hat: Neu gehören sowohl CVP-Präsident Marc Scherrer und FDP-Chefin Christine Frey dem Landrat an. Doch während Christine Frey in Münchenstein/Arlesheim einen zweiten Sitz erobert hat, musste für Scherrer die ehemalige Laufner Stadtpräsidentin Brigitte Bos-Portmann nach nur zwei Jahren Ratszugehörigkeit über die Klinge springen.

Nicht mehr viel übrig geblieben ist von der vor vier Jahren gefeierten «starken Mitte». Der erhoffte Zuwachs bei den Grünliberalen (GLP) ist ausgeblieben. Zwar konnte die Partei ihren Wähleranteil und ihre drei Landratssitze halten, sie verliert aber zwei ihrer Bisherigen (vgl. unten), weil die beiden Mandate vom Wahlkreis Binningen nach Allschwil und von Liestal nach Pratteln umverteilt wurden.

BDP in der Bedeutungslosigkeit

Bei der BDP sieht es ganz düster aus. Ihre Wählerstimmenzahl wurde trotz der Regierungsratskandidatur von Matthias Imhof gegenüber 2011 praktisch halbiert. Von den bisherigen vier Landräten ist nur noch Parteipräsidentin Marie-Therese Müller übriggeblieben. Damit stellt sich die Frage, wohin sich die Rumpf-Mitte inskünftig orientiert: mehr zu den Bürgerlichen oder in Richtung einer Fraktion mit der EVP?

Basler Zeitung

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