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EBM heisst künftig Primeo Energie

Der Baselbieter Energieversroger Elektra Birseck Münchenstein gibt sich einen neuen Namen. Das Unternehmen verfolgt damit einen Wachstumskurs.

Primeo Energie will sich im überregionalen Markt positionieren.
Primeo Energie will sich im überregionalen Markt positionieren.

Mit dem neuen Auftritt bereite sich die EBM auf die vollständige Öffnung des Strommarktes vor, wie die Verantwortlichen am Dienstag vor den Medien in Münchenstein BL sagten. Vom einst regionalen Energieversorger soll das Unternehmen zu einem «führenden nationalen Anbieter von smarten Produkten und Dienstleistungen rund um Energie» werden.

Verfolgt werde ein dynamischer Wachstumskurs. Laut EBM-CEO Conrad Ammann soll der Umsatz bis 2021 auf 810 Millionen Franken steigen - 2017 waren es 570 Millionen Franken.

Mit einer Marktöffnung für Kleinkunden will die EBM die Zahl der Privatkunden im Stromgeschäft in der Schweiz von heute 150'000 auf 300'000 verdoppeln, was einem Marktanteil von rund 10 Prozent entspreche. Nicht eingerechnet sind gemäss Ammann allfällige künftige Übernahmen von Verteilnetzen - mit der Marktöffnung erwartet die EBM eine Konsolidierung im Markt.

Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass sie mit der Marktöffnung im Stammgebiet Kunden verlieren werden. Das Wachstum wird daher überregional angestrebt. Kommt heute rund die Hälfte des Umsatzes aus dem angestammten Netzgebiet, soll es 2021 nur noch rund ein Viertel sein. Um dies zu erreichen, sei die heutige nur regional bekannte und zudem verwechselbare Marke nicht optimal.

Ziel Top Fünf

Primeo Energie - abgeleitet gemäss den Verantwortlichen vom italienischen Wort «primo» (erster) und dem französischen «primer» (übertreffen) - strebe als «Qualitätsanbieterin von nachhaltigen Energie-Lösungen» in allen Geschäftssegmenten einen Platz unter den Top Fünf der Energieversorgungsunternehmen der Schweiz an. Mit der frühen Einführung der neuen Marke erhoffen sich die Verantwortlichen einen Vorsprung gegenüber Mitbewerbern. Die EBM habe zudem bei Tätigkeiten in Frankreich bereits Erfahrungen in einem offenen Strommarkt sammeln können.

Im Markt will sich die Primeo Energie als «smartes Unternehmen» positionieren. Zielpublikum seien Kunden, die nicht «jedes Jahr zum billigsten Anbieter wechseln wollen», sondern auch bereit seien, für Beratungen und Dienstleistungen «etwas mehr zu bezahlen». Das Unternehmen wolle hier eine Vorreiterrolle übernehmen und einige Angebote in den kommenden Jahren schon im Stammgebiet austesten.

Hohe Marketing-Investitionen

Die Einführung der neuen Marke sei mit grossem Marketingaufwand verbunden, sagte Ammann weiter. Die EBM wolle in den kommenden Jahren jährlich einen einstelligen Millionenbetrag investieren. Die Kosten für das Logo-Design und neue Beschriftungen bezifferten die Verantwortlichen auf insgesamt rund 650'000 Franken.

Die Einführung der neuen Marke ist in der Schweiz und in Frankreich am 26. März 2019 vorgesehen. Mit Ausnahme der Gesellschaften EBM (Genossenschaft Elektra Birseck), dem Tochterunternehmen Aventron und Réseaux de chaleur urbains de l'Est (R-CUE) im Elsass soll das ganze Unternehmen als Primeo Energie auftreten.

Die als Genossenschaft organisierte EBM versorgt 170'000 Kunden in 78 Gemeinden in den Kantonen Basel-Landschaft und Solothurn sowie im Elsass. Im teilliberalisierten Schweizer Strommarkt ist sie zudem im Geschäft mit Energieversorgungsunternehmen und Grosskunden tätig. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 436 Mitarbeitende in 422 Vollzeitstellen.

Bundesrat will Öffnung

Grosskunden mit einem Jahresverbrauch ab 100'000 Kilowattstunden können seit 2009 frei entscheiden, wo sie ihren Strom einkaufen wollen. Haushalte und kleinere Unternehmen müssen den Strom dagegen weiterhin von ihrem lokalen Verteilnetzbetreiber beziehen. Dafür zahlen sie in der Regel einen wesentlich höheren Preis.

Der Bundesrat will daher den Strommarkt bald auch für Kleinkunden öffnen. Anfang Jahr hat er angekündigt, bis Ende 2018 eine Gesetzesvorlage in die Vernehmlassung zu schicken. Er erhofft sich mehr technischen Fortschritt, die «richtigen» Preissignale und einen effizienten Ausbau der Stromversorgung.

SDA/ens

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