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Eine Odyssee von Afghanistan ins Baselbiet

Mithilfe von Schleppern gelang Said* mit seiner Familie die Flucht aus Afghanistan nach Europa. Eine gefährliche Reise mit vielen Hindernissen.

6500 Kilometer unterwegs. Zusammen reiste die Familie von Afghanistan nach Athen, dann teilten sich die Wege von Dunja und Said.Grafik BaZ
6500 Kilometer unterwegs. Zusammen reiste die Familie von Afghanistan nach Athen, dann teilten sich die Wege von Dunja und Said.Grafik BaZ

«Mitten in der Nacht brachte ein Schlepper mich, meine Frau und meinen damals halbjährigen Sohn zum Istanbuler Hafen. Er lief mit einer Taschenlampe voraus, wir eilten hinterher. In der Nacht sei es weniger auffällig, sagte der Schlepper. Immer wieder klingelte sein Handy, er flüsterte. Der Mann, etwa Mitte vierzig, in dunklem Anzug, war sichtlich nervös. Am Hafen angekommen, warteten dort schon über zehn weitere Flüchtlinge. Frauen, Kinder, grösstenteils Männer. Die Kinder wimmerten. Ich dachte, dass wir nun auf verschiedene Boote aufgeteilt werden. Doch da war nur ein kleines Fischerboot. Rund 15 Personen zwängten sich Bein an Bein darauf. Ich nahm meinen Sohn auf den Arm und Dunja an die Hand. Ich wollte möglichst in der Mitte des Bootes sein, nicht am Rande. Dann fuhr das Schiff los, es sollte uns nach Griechenland bringen. Der Schlepper blieb zurück. Nach ein paar Stunden Fahrt passierte es. Es war nicht einmal stürmisch, aber eine Welle hat unser Boot seitlich erwischt. Ein kleines Mädchen, etwa drei oder vier Jahre alt, fiel aus dem Boot. Ihr Vater sprang hinterher. Bis der Fischer seinen Motor stoppte, waren wir schon zu weit entfernt. Im Dunkeln konnten wir sie nicht mehr finden. Die beiden konnten nicht schwimmen und ertranken.»

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