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Ein weiterer Chefbeamter geht

Nach Kantonsingenieur Ruedi Hofer hat nun mit Hans-Georg Bächtold ein zweiter Chefbeamter in der Baudirektion gekündigt. Der Grund ist jeweils derselbe: Differenzen mit Baudirektor Jörg Krähenbühl.

Das am Freitag von der Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) verschickte Communiqué enthält nur gerade vier Sätze. Sein Inhalt aber ist brisant: «Kantonsplaner Hans-Georg Bächtold verlässt das Amt für Raumplanung Baselland per Ende Dezember 2008», heisst es. Die Kündigung begründet die BUD folgendermassen: «Auch nach einem Jahr hat sich die gegenseitige Zusammenarbeit nicht so eingestellt, wie sich das beide Seiten erhofft haben.» Mit der gleichen Begründung hat schon Kantonsingenieur Ruedi Hofer im April den Bettel hingeschmissen. Auch da führten persönliche und fachliche Differenzen zum Zerwürfnis.

Visionärer

Was aber genau die Differenzen waren, will Baudirektor Jörg Krähenbühl (SVP) nicht sagen: «Das ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.» Bächtold habe gekündigt. Er habe den Zeitpunkt jetzt so gewählt. «Und das passiert halt im täglichen Leben», wiegelt Krähenbühl ab. Bächtold wird dafür etwas konkreter. «Es gab zwei Gründe für die Kündigung: die Zusammenarbeit und die Vorstellungen über die Raumentwicklung des Kantons.» Der Kantonsplaner lässt durchblicken, dass die Ansichten vor allem bei der Raumentwicklung auseinandergingen. «Es gibt die einen, die ein bisschen visionärer sind, und die anderen, die ein bisschen pragmatischer sind.»

Tatsächlich wurden im Kanton unter der Federführung Bächtolds mehrere zukunftsträchtige Projekte angepackt. Salina Raurica, Campus Muttenz oder der Kantonale Richtplan sind nur drei Beispiele aus Bächtolds zehnjährigem Schaffen im Baselbiet.

Die SP Baselland ist beunruhigt über die Vorgänge in der BUD. Dass nun der Kanton mit Bächtold einen ausgewiesenen Fachmann verliere, sei ein Verlust, sagt SP-Präsident Martin Rüegg. «Der Haussegen hängt schon länger schief – offenbar seit dem Wechsel an der Spitze.» Seit nämlich Krähenbühl sein Amt als Baudirektor angetreten hat, knistere es in verschiedenen Abteilungen der BUD, sagt Rüegg.

Viele Wechsel

Ein Blick in den aktuellen Staatskalender zeigt, dass sich die BUD seit Krähenbühls Amtsantritt personell stark verändert hat. Seit Längerem ist etwa die Stelle des Landschaftspflegers und dessen Stellvertreters vakant. Die Fachstelle für Altlasten wurde komplett umgekrempelt. Und Gaston Theis, bis vor Kurzem stellvertretender Leiter des Lufthygieneamts beider Basel und Fachmann für nicht ionisierende Strahlung, hat Anfang September ins Bundesamt für Umwelt gewechselt.

Von einem schlechten Klima aber, das in der BUD herrsche, wie hinter vorgehaltener Hand geflüstert wird, will Krähenbühl nichts wissen: «Wir haben tolle Projekte; es herrscht ein gutes Klima.» Die personellen Wechsel seien persönlich motiviert. SP-Mann Rüegg fürchtet aber, dass nach Hofer und Bächtold weitere Chefbeamte den Hut nehmen könnten. Die SP will deshalb im Landrat einen Vorstoss einreichen, um «den tieferen Ursachen und der Führungsverantwortung für diese Entwicklung» auf den Grund zu gehen. Wie seine Zukunft aussehen wird, weiss Bächtold derweil noch nicht. Es gebe aber Optionen, sagt er: «Kürzlich hat der Zürcher Kantonsplaner gekündigt, und das Bundesamt für Raumplanung sucht einen neuen Direktor.»

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