Zum Hauptinhalt springen

Ein Monat auf dem Arxhof kostet die Hälfte

Beim Gewalttäter Carlos stösst mehr der Thaibox-Lehrgang als die hohen Kosten auf Kritik – etwa beim Leiter des Baselbieter Jugendgefängnisses Arxhof. Inzwischen sitzt der junge Messerstecher wieder im Gefängnis.

29'000 – eine Zahl erregt den Schweizer Stammtisch zwischen Kreuzlingen und Konolfingen. 29'000 Franken kostet die Therapie des 18-jährigen Schlägers und Messerstechers Carlos (Name geändert) aus Zürich. 29'000 Franken, im Monat wohlverstanden, für eine 4,5-Zimmer-Wohnung in der Baselbieter Gemeinde Reinach, für Therapeuten und für Unterricht im Thaiboxen bei Weltmeister Shemsi Beqiri in Basel. Der Schläger lernt vom vorbestraften Schläger, wie man zuschlagen muss.

29'000 Franken im Monat, das ist auch für Renato Rossi, Leiter im Massnahmenzentrum für junge Erwachsene Arxhof, eine sehr hohe Summe. Zum Vergleich: Im Arxhof kostet der Insasse knapp 500 Franken im Tag, also rund 15'000 Franken im Monat. Die Hälfte dessen, was für Carlos und seine Therapie in Reinach ausgegeben wird. Exorbitant hoch, aber auch zu hoch? Renato Rossi relativiert in diesem Punkt. Der Arxhof habe bei der Hochschule für Wirtschaft eine Studie in Auftrag gegeben. Die Frage: Was kostet es den Staat, wenn eine Therapie erfolglos ist und der Klient wieder rückfällig wird? Zwischen vier und sieben Millionen Franken pro Straftäter, sollte er ein Leben lang straffällig bleiben, so das Ergebnis.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.