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Eigener Bach für Lachse und Forellen

Wenn es der Lachs bis Birsfelden schafft und dann die Staustufe trotz Fischtreppe und Schleusen nicht überwinden kann, will die Kraftwerk AG für rund vier Millionen ein Umgehungsgewässer bauen.

30 Millionen Franken für eine Fischtreppe, ein stolzer Betrag; fünf müssten noch gebaut werden, damit Lachs und Co. von Strassburg aus hindernisfrei den Alten Rhein erreichen und bis Basel schwimmen könnten (BaZ vom Samstag). Das Kraftwerk Birsfelden hat bereits eine Fischtreppe, gebaut wurde sie Anfang der 50er-Jahre zusammen mit dem Kraftwerk selber. Hochgerechnet auf die heutigen Verhältnisse habe der Bau dieser Fischtreppe etwas über eine Million Franken gekostet, schätzt Kraftwerksdirektor Werner Maier.

Eine Billigvariante? Verglichen mit den beiden neusten Fischtreppen in Iffezheim und Gambsheim nördlich von Strassburg bestimmt. Da wurde mit der grossen Kelle angerührt. In Gambsheim sind 7500 Kubikmeter Beton und 360 Tonnen Stahl verbaut worden. Um die elf Meter Höhendifferenz zu überwinden, wurde eine 200 Meter lange Kaskade mit 39 Becken gebaut, jedes mit einer Fläche von 13 Quadratmetern und einer Tiefe von 1,65 Metern. Unterhalb der Treppe wurde ein Kleinkraftwerk gebaut, das die Lockströmung erzeugt, der die Fische folgen sollen, und das gleich noch drei Millionen Kilowatt Strom im Jahr produziert. Ein Becken ist verglast, damit Besucher den Fischaufstieg beobachten können.

Zu wenig Lockwasser

So verwundert es wenig, dass der Kantonale Fischereiverband seit Jahren schon eine bessere Fischtreppe für Birsfelden verlangt. Auch Erich Staub, Chef der Sektion Fischerei auf dem Bundesamt für Umwelt, erteilt der Birsfelder Fischtreppe das Prädikat «nicht genügend». Vor allem die Lockwassermenge sei zu klein, bemängelt Staub.

Darüber können Werner Maier und sein Mitarbeiter Thomas Bick nur den Kopf schütteln. Als Anlagebetreuer im Kraftwerk ist Bick auch für den Unterhalt der Fischtreppe verantwortlich, und in seiner Freizeit ist er passionierter Fischer. Als Mitglied der Fischerei-Pachtvereinigung Laufental hilft er mit bei der Aufzucht von Junglachsen, die Jahr für Jahr von Zwingen aus Richtung Atlantik geschickt werden – in der Hoffnung, dass sie dereinst in die Birs zurückkehren werden.

Dasselbe Amt, das ihnen die Note «nicht genügend» gebe, habe der Fischtreppe Birsfelden attestiert, die Drittbeste in der ganzen Schweiz zu sein, sagt Bick. «Meerforellen, Flussforellen, Rotaugen, Nasen, bisher haben alle Fischarten den Aufstieg geschafft, sei es via Fischtreppe oder durch die Schleuse.» An einem Rekordtag seien fast 700 Fische in der Reuse gezählt worden.

Es ist der grosse Traum von Thomas Bick, dass der Lachs in die Birs zurückkehrt. Und er sagt seinem Chef unverblümt: «Wenn es gelingt, in der Birs eine kleine Fischpopulation anzusiedeln, dann kommt das Kraftwerk in Zugzwang.»

Vorprojekt

Wenn der Lachs bis Birsfelden komme und es sich zeige, dass die bestehenden Anlagen nicht ausreichen, dann werde er auch handeln, entgegnet Maier. «Dann bauen wir dem Lachs einen eigenen Bach vom Paddelboothafen durch die Kraftwerkinsel wieder in den Rhein. Ein Vorprojekt habe er bereits ausarbeiten lassen. Die Kosten würden sich auf rund vier Millionen Franken belaufen. «Wir knausern nicht, bauen aber auch nicht auf Vorrat», sagt Maier. Er müsse auch unternehmerisch denken.

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