Zum Hauptinhalt springen

Die Uni-Kantone sind die Verlierer

Der Beitritt zur revidierten Interkantonalen Universitätsvereinbarung ist von Misstönen begleitet. Die Nichtuniversitätskantone tragen weiterhin nur bescheiden zur Finanzierung der Hochschulausbildung bei.

Vorlesung am Pharmazentrum der Universität Basel: Nicht alle tragen gleich viel zu den Kosten bei. Foto: Bildarchiv TA
Vorlesung am Pharmazentrum der Universität Basel: Nicht alle tragen gleich viel zu den Kosten bei. Foto: Bildarchiv TA

Der Kanton Baselland hat sich zusammen mit anderen Universitätskantonen vergeblich um eine solidarische Finanzierung der Universitäten bemüht. Die Nichtuniversitätskantone setzten sich bei der Verabschiedung der revidierten Interkantonalen Universitätsvereinbarung (IUV) durch.

Die Nichtuniversitätskantone tragen künftig nur unwesentlich mehr als bisher zur Finanzierung der Hochschulausbildung in der Schweiz bei. Die Baselbieter Regierung empfiehlt im jetzt neu eröffneten kantonalen Vernehmlassungsverfahren dennoch den Beitritt zur Vereinbarung. Basel-Stadt dürfte demnächst gleich entscheiden.

Neuer 3-Jahres-Turnus

Immerhin: Die Berechnungsgrundsätze für die IUV-Beiträge werden neu künftig alle drei ­Jahre überprüft. «Um die inter­nationale Konkurrenzfähigkeit langfristig zu erhalten, muss dieFinanzierungslast solidarischer auf alle Kantone verteilt werden», hält die Baselbieter ­Bildungsdirektorin Monica Gschwind fest.

Doch substanzielle Fortschritte wurden bei den jetzt ab­geschlossenen Verhandlungen zwischen den Kantonen nicht ­erzielt. In der am Mittwoch verbreiteten Medienmitteilung lässt sich Gschwind zitieren: Sie habe die Plenarversammlung der EDK vergeblich darauf hingewiesen, «dass mit dieser Totalrevision die Chance auf eine zukunftsorientierte Finanzierung der Schweizer Universitäten verpasst wurde».

Im eigenen Kanton weist Gschwind darauf hin, dass ein Ausstieg aus der Vereinbarung kein gangbarer Weg sei. Der Zugang der Studierenden aus dem Baselbiet zu anderen Universitäten habe Priorität. Trotz der inhaltlichen Kritik beantragt die Regierung deshalb den Beitritt. Kein Zweifel: Nach Ablauf der Vernehmlassung im Mai werden die Regierung und der Landrat ihr folgen.

Aus den Vernehmlassungsunterlagen geht hervor, dass die Trägerkantone Basel-Stadt und Baselland für die auswärtigen Studierenden an der Universität Basel mehr als die Hälfte der Studienkosten übernehmen. Je nach Studium entfallen zulasten der Herkunftskantone lediglich zwischen 43 und 49 Prozent der tatsächlichen Aufwendungen.

Dahinter steckt ein Rechnungsmodell. Gemäss diesem müssen die Trägerkantone die Infrastrukturkosten allein tragen. Bei den Forschungskosten werden nur 85Prozent aufgeteilt. Ausserdem werden die Beiträge der Herkunftskantone um weitere 15Prozent wegen Standortvorteilen der Universitäts­kantone gekürzt. Damit verschiebt sich im Vergleich zur ­alten Vereinbarung gerade mal etwa ein halbes Prozent der Gesamterträge der Universität Basel von den beiden Basel zu den übrigen Kantonen. Die Entlastung der beiden Basel um etwa dreieinhalb Millionen ist nicht viel mehr als ein Tropfen auf den weiterhin heissen Stein.

Keine Beiträge aus Ausland

Die leichte Entlastung ergibt sich, weil neu auf der Grundlage der Betriebskosten die Tarife berechnet werden. Abgeschafft wurden die schon lange nicht mehr zu rechtfertigenden Sonderrabatte für die Kantone ­Glarus, Graubünden, Jura, Tessin, Uri und Wallis. Einst wurde ihnen diese zugestanden, weil ­viele Studierende aus diesen Kantonen nach Studienabschluss nicht mehr dorthin zurückkehrten. Bei der Abstimmung in der EDK enthielten sich die beiden Basel der Stimme. Nein stimmten die Kantone Freiburg, Genf, Waadt und Neuenburg. Mit 18 Ja-Stimmen wurde das erforderliche Quorum von zwei Dritteln knapp erreicht.

Gemäss den aktuellen Zahlen tragen die beiden Kantone Baselland und Basel-Stadt rund 45 Prozent des Aufwands der Universität Basel. Die übrigen Kantone kommen nur gerade auf 10 Prozent, obwohl sie mehr Studierende stellen. Keinerlei Beiträge fliessen aus den Herkunftsländern für ausländische Studierende nach Basel. Diese belasten die Trägerkantone besonders.

Die neue Vereinbarung erhält Rechtskraft, wenn ihr 18 Kantone beigetreten sind. Sie wird dann die zurzeit noch gültige Vereinbarung aus dem Jahre 1997 ablösen. Die bis dahin nicht beigetretenen Kantone werden in der Folge gezwungen sein, sich dem Konkordat ebenfalls anzuschliessen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch