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Die Stadtratskandidaten begeben sich langsam in Position

Mitte und Freisinnige beanspruchen den Sitz von Vize-Stadtpräsident Franz Kaufmann für sich.

Franz Kaufmann wird eine Lücke hinterlassen. Foto: SP Liestal
Franz Kaufmann wird eine Lücke hinterlassen. Foto: SP Liestal

Noch hat der Liestaler Vize-Stadtpräsident Franz Kaufmann (SP) seinen Verzicht auf eine Wiederkandidatur im kommenden Frühling nicht bekannt gegeben. Dennoch geht man im Stedtli allgemeinen davon aus, dass der 64-Jährige dann nicht mehr antritt – im Gegensatz zu den andern vier Mitgliedern der Stadtregierung, Stadtpräsident Daniel Spinnler (FDP), Stadtrat Dani Muri (parteilos) sowie den Stadträtinnen Regula Nebiker (SP) und Marie-Theres Beeler (Grüne).

Hauptindiz für einen Verzicht Kaufmanns ist, dass dieser vor zwei Jahren, als der damalige Stadtpräsident Lukas Ott (Grüne) überraschend zurücktrat, um in Basel die Stelle des Stadtentwicklers zu übernehmen, auf eine Nachfolge verzichtete und Links-Grün das Stadtpräsidium den Freisinnigen kampflos überliess.

Jedenfalls scheinen auch die Liestaler Sozialdemokraten von einem Verzicht Kaufmanns auszugehen. Das sagt so direkt zwar niemand. SP-Vorstandsmitglied und Einwohnerrat Patrick Mägli gibt aber zu, dass man einen Fahrplan für die Nomination eines Kaufmann-Nachfolgers habe. Denn dass die SP weiterhin Anspruch auf eine Zweiervertretung im fünfköpfigen Stadtrat erhebt, erscheint klar. Weniger klar ist dabei, mit wem die SP neben Regula Nebiker ins Rennen steigt. Und in die Karten schauen lassen wollen sich die SP-Strategen zurzeit noch nicht. «Da ist wirklich noch nichts entschieden», sagt Mägli.

SP hat mehr die Qual als die Wahl

Allerdings ist die Auswahl der SP nicht eben gross, wenn man als Nominationskriterien die Wahlaussichten, die politische Erfahrung und die Chancen, dereinst einen Angriff auf das Stadtpräsidium zu starten, in Betracht zieht. Denn Letzteres ist für die SP zumindest mittelfristig ein Ziel.

Unter diesen Umständen bleiben kaum mehr als zwei bis drei Namen übrig, insbesondere wenn man mit einer Frau und einem Mann ins Rennen steigen sollte. Im Vordergrund stünden dann Alt-Landrat und Alt-Einwohnerratspräsident Peter Küng und der Präsident der Finanzkommission, Fabian Eisenring. Sollten es doch zwei Frauen sein, käme am ehesten Dominique Meschberger infrage.

Küng und vor allem Eisenring haben jedoch ein gewisses Handicap: Beide haben bei den Landratswahlen diesen Frühling nicht eben gut abgeschnitten. Im Falle von Küng wollte die Wählerschaft möglicherweise die frische Kraft Tania Cucé einem potenziellen Rückkehrer, der 2015 der Amtszeitbeschränkung im Landrat zum Opfer gefallen ist, vorziehen.

Sicher eine Kampfwahl

Wen die SP auch immer nominiert, ein Selbstläufer wird diese Wahl für die Linke nicht. So wie sich die Situation derzeit präsentiert, werden sowohl die FDP als auch die Mitteparteien (CVP/EVP/GLP) der SP den Sitz streitig machen. Bei der FDP käme dafür am ehesten Daniela Reichenstein infrage; denn anders als die SP kommt die FDP – neben Daniel Spinnler – eigentlich nicht um eine Frauenkandidatur herum. Und da drängt sich Fraktionschefin Daniela Reichenstein fast schon auf, weil Karin Jeitziner 2017 gegen die Grüne Marie-Theres Beeler den Kürzeren gezogen hat.

So wie es aussieht, könnte aber auch die Mitte den Sitz mit einer Frau angreifen. Dort ist zwar auch die Rede vom Grünliberalen Domenic Schneider, wobei Beobachter der EVP-Einwohnerrätin Sonja Niederhauser die grösseren Chancen einräumen. Noch keine Signale sind aus SVP zu vernehmen. Diese ist seit bald 20 Jahren nicht mehr in der Liestaler Stadtregierung vertreten. Und derzeit fehlen ihr auch etwas die zwingenden Kandidaten.

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