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Die Barriere muss nicht weg

Der Landrat lehnt eine isolierte Lösung der Therwiler Verkehrsprobleme mit einer Tramunterführung ab. Stattdessen verlangt er eine Gesamtplanung fürs Leimental.

Thomas Dähler
Täglich Stau vor dem Bahnübergang in Therwil. Foto: Pino Covino
Täglich Stau vor dem Bahnübergang in Therwil. Foto: Pino Covino

«Die Barriere muss weg», so ist der Vorstoss des inzwischen zurückgetretenen Landrats Hans-Jürgen Ringgenberg (SVP) überschrieben. Die Barriere muss nicht weg: Der Landrat hat gestern die von Ringgenberg geforderte Planung einer Tramunterführung für Therwil verworfen.

43 Nein zu 31 Ja lautete das Verdikt zum Postulat. Doch Hoffnung gibt es für die staugeplagten Leimentaler dennoch: Der Rat bekräftigte einhellig seinen Willen, für das Leimental eine ganzheitliche Lösung der Verkehrsprobleme in Angriff zu nehmen.

Unhaltbarer Zustand

SVP-Sprecher Dominique Erhart sagte, es brauche für die Verkehrsprobleme generelle Überlegungen und vertiefte Studien. Die Barrieren in Therwil und Oberwil würden einen unhaltbaren Zustand schaffen. Die Staus führten zu Unfällen und seien auch ökologisch schlecht.

Erhart verwies auf den noch nicht behandelten Vorstoss von Pascal Ryf (CVP), mit dem dieser eine S-Bahn-Lösung ins Spiel bringt und konkrete und gesamtheitliche Lösungsmöglichkeiten für die Entflechtung von öffentlichem und privatem Verkehr im Leimental verlangt. Ryf seinerseits pflichtete Erhart bei und sagte, die Situation sei wirklich unhaltbar.

Lotti Stokar (Grüne), frühere Oberwiler Gemeindepräsidentin, schloss sich an und trat ebenfalls für eine Gesamtschau ein. Eine Unterführung für die Fussgänger komme nicht infrage. Es sei ein veralteter Ansatz, Fussgänger untendurch zu führen.

Es war in der Folge Andreas Dürr (FDP), der die Debatte noch auf eine andere Ebene hob. Er war erfreut, dass das Problem jetzt angegangen wird. Es gebe aber durchaus eine schnelle Lösung: ein Ja zur Verlängerung der Langmattstrasse bei der Volksabstimmung vom kommenden 24. November. Wegen des Richtplanreferendums kommt es zu einem kantonalen Urnengang.

Die unweit des Therwiler Bahnübergangs gelegene Langmattstrasse in Oberwil hat bereits eine Unterführung. Doch zurzeit endet sie noch im Grünen. Es ist dies eine leidvolle Geschichte: Die im Jahr 1983 eingeweihte Strasse quert bis heute nur das halbe Tal, weil ihre Verlängerung schon mehrmals gescheitert ist. Inzwischen ist aber der Landrat aktiv geworden. Er will die Langmattstrasse als Hauptverkehrsstrasse in den kantonalen Richtplan eintragen. Gebaut werden soll sie innert fünf Jahren. Ob das Projekt aber tatsächlich Eingang in den Richtplan findet, wird an der Urne entschieden: Die Langmattstrasse wird von einem lokalen Komitee und von der SP und den Grünen bekämpft.

S-Bahn fürs Leimental?

Im Landrat erntete Dürr denn auf seinen Hinweis sofort Widerspruch. Für Klaus Kirchmayr (Grüne) ist die Langmattstrasse keine gute Lösung, so wenig wie die im Rat vorgeschlagene Unterführung anstelle der Barriere in Therwil. Das Volk werde dies abschliessend entscheiden, fügte er vielversprechend an.

Aus zeitlichen Gründen noch nicht behandelt werden konnte am Donnerstag der Vorstoss von Ryf. Ryf kann sich vorstellen, dass eine S-Bahn das Problem gesamtheitlich lösen könnte. Mit dem Postulat soll der Regierungsrat beauftragt werden, zu prüfen, ob eine S-Bahn-Anbindung fürs Leimental baulich und betrieblich realisierbar wäre, wo eine allfällige Streckenführung möglich wäre und ob der Bund dazu die Finanzmittel bereitstellen würde.

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