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Der grosse Überlebenskampf der Unternehmen

Auf unserer Website können unter dem Motto «Basel liefert» alle Firmen gratis ihre Dienstleistungen bekannt machen.

Nichts geht mehr: Viele Betriebe müssen geschlossen bleiben – und orientieren sich deshalb um. Foto: Georgios Kefalas (Keystone)
Nichts geht mehr: Viele Betriebe müssen geschlossen bleiben – und orientieren sich deshalb um. Foto: Georgios Kefalas (Keystone)

Und dann stand die Stadt still. Adieu Basel. Zumindest für eine Weile wird das so bleiben, aber für wie lange bloss, fragt man sich unweigerlich, und man erschaudert, wenn man daran denkt: Halten wir das durch, wenn nichts mehr geht? Und halten wir uns aus? Abwechslung, das wird in dieser Krisenzeit mal wieder deutlich, ist ein luxuriöses Gut und nicht so selbstverständlich wie vielleicht gedacht.

Es ist aber bemerkenswert, wie viele Unternehmen – jetzt, da ihre Betriebe geschlossen sind – in dieser zermürbenden Phase nicht aufstecken, sondern neue Wege begehen, kämpferisch bleiben. Kurz: Sie liefern. Und die BaZ will sie unterstützen, damit sie auch genug zu liefern haben.

Auf unserer Website ist eine interaktive Karte aufgeschaltet, auf der sich bereits viele Firmen eingetragen haben, die Heimlieferdienste, einen Take-away-Service oder ein anderes kreatives Angebot anbieten, um die Wünsche ihrer Kundschaft bestmöglich zu erfüllen. Alle Unternehmen dürfen mitmachen, das Eintragen ist simpel und kostenfrei.

Tausende angefragte Kredite

Ob die Nachfrage gross genug ist, der Effort belohnt wird, lässt sich derzeit höchstens vermuten, aber wer sich achtet, kann viele Autos von Lieferdiensten und Velokuriere erkennen, die sich kreuz und quer durch die Stadt bewegen – mühelos natürlich, hält sich die Bewegung ansonsten doch in argen Grenzen. Die Zulieferer sind derzeit für viele kleine Helden – und Könige der Strassen. Man muss kein Verfechter des Konsumwahnsinns sein, der tatsächlich manchmal abstrus anmutet; wenn man jedoch bedenkt, dass derzeit allein in der Region Basel Tausende KMU bei den Banken für Überbrückungskredite anfragen, wird augenscheinlich, wie dringend diese Unternehmen auf Einnahmen angewiesen sind.

Dieser enorme Wille, sein Geschäft aufrechtzuerhalten, verdient Respekt. Nicht alle Firmen, dieser Realismus ist geboten, werden die Corona-Krise überleben. Manche haben, die BaZ hat berichtet, nur dank Spenden überhaupt noch eine Zukunft.

«Liefere statt lafere»

Nimmt man etwa die Aktion «Basel schafft(s) zämme», lanciert vom Basler Gewerbeverband und tatkräftig unterstützt von der Privatwirtschaft, wird deutlich, dass bereits ein Betrag von 4000 Franken ganze Existenzen retten kann.

Selbst Betriebe, die eigentlich noch offen haben dürften, kommen in die Bredouille. Ein Beispiel ist Das Breite Hotel der Weizenkorn-Stiftung. Der Direktor, Philipp Roggensinger, sagt der BaZ: «Unser Haus ist in einer Zwickmühle: Wir sind zwar ein Hotel, haben aber (fast) keine Gäste mehr. Wirtschaftlich käme da eigentlich nur die Schliessung infrage.»

Das will Roggensinger aber um jeden Preis verhindern: Da 40 seiner Mitarbeiter handicapiert sind, mag er nicht kampflos aufgeben. Er sagt: «Diesen Mitarbeitern bieten wir schon in normalen Zeiten eine Tagesstruktur, eine sinnvolle Beschäftigung, eine Teilhabe am Arbeitsmarkt. Umso wichtiger ist es, dass genau diese Hilfestellung in solch verunsichernden Zeiten nicht auch noch wegbricht.»

Ein schönes Signal

Das Team hat deshalb eine Aktion unter dem Namen «Liefere statt lafere» ins Leben gerufen. Roggensinger erklärt: «Wir bereiten täglich frische Menüs zu und verkaufen sie online über die Website. Die meisten Kunden holen sie im Hotel ab – Anwohner des Breitequartiers, die nicht mehr rauskönnen, beliefern wir aber auch.»

Nach anfänglichen Schwierigkeiten laufe dieses Geschäft langsam an. Roggensinger hofft, dass dadurch bald ein Umsatz erzielt werden kann, der die 40 begleiteten Arbeitsplätze nachhaltig sichert.

Das ist, natürlich, nur ein Beispiel unter vielen. Aber es belegt die Situation, die für viele KMU eine dramatische ist. Sie kämpfen, sie geben nicht auf, sie tun, was sie können. Die bange Frage bleibt: Reicht das, wenn die ganze Stadt stillsteht?

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