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Der Biber ist zurück

Die Wiederansiedelung des Bibers in der Region Basel scheint nachhaltig geglückt zu sein. Nun gibt es erste Nachahmerprojekte,

Pro Natura Baselland setzte sich zum Ziel, innert zehn Jahren vernetzte Fluss-Lebensräume für den Biber zu schaffen – mit Erfolg.
Pro Natura Baselland setzte sich zum Ziel, innert zehn Jahren vernetzte Fluss-Lebensräume für den Biber zu schaffen – mit Erfolg.
Keystone

«Hallo Biber» ist in zehn Jahren von einer Utopie zu einer Feststellung geworden: Rund ein Dutzend Biber leben heute im Raum Basel. Nachahmer der Wiederansiedlungskampagne von Pro Natura Baselland laufen nun in der Ostschweiz, im Mittelland und der Romandie.

Biberfamilien leben heute an der Ergolzmündung bei Augst, im Rhein in Grenzach (D) bei Basel, in der Ergolz bei Frenkendorf, ein Einzeltier zudem in der Birs bei Dornach. Dieser Erfolg wurde am Freitag mit einer Ortstermin-Medienkonferenz gefeiert; ein am Abend uraufgeführter Film dokumentierte zudem das Erreichte.

Auslöser der Kampagne war ein Biber, der vor gut zehn Jahren aus dem Rechen des Rhein-Kraftwerkes Augst gerettet wurde - 200 Jahre nach dem Erlegen des letzten Schweizer Bibers an der Birs. Pro Natura Baselland (PNBL) setzte sich zum Ziel, innert zehn Jahren vernetzte Fluss-Lebensräume für den Plattschwanz zu schaffen.

Gewässer-Räume unter Druck

Seither wurden dank Kooperation vieler Behörden einige Flusspartien renaturiert, etwa an der Birs oder der Ergolz, sowie Stauwehre und Schwellen mit Biber-Rampen aufgerüstet. Die Idee, gleich selber Land an Ufern zu erwerben und zu revitalisieren, hat PNBL indes nicht realisieren können - es war nicht zu haben oder zu teuer.

Darum ist auch das ursprüngliche Kampagnen-Budget von sechs Millionen Franken nur knapp zur Hälfte ausgeschöpft worden, wie es weiter hiess - es hatte übrigens das Budget der Regionalsektion deutlich übertroffen. PNBL verdankt den Erfolg neben viel Goodwill also auch einigen Lotteriegeldern (BS, BL, SO), Sponsoren und Gönnern.

Erwünschter Nebeneffekt der Biber-Kampagne ist das breitere Wissen in der Bevölkerung um den Wert intakter Lebensräume. Bei aller Freude warnt die Organisation nun aber, dass der starke Druck von Siedlungen und Landwirtschaft auf die Gewässerräume weiter anhält.

Plattschwänziger Natur-Fahnenträger

Auch ennet des Jura ist der Biber inzwischen populär geworden. So laufen «Hallo Biber»-Kampagnen nach Baselbieter Vorbild in der Ostschweiz und im Mittelland, und in der Romandie ist eine Biber- Aktion namens «À l'eau castor» vor zwei Jahren angelaufen.

Weiteren Schub dürften die Kampagnen-Ziele mit der anstehenden Revision des Schweizer Gewässerschutzgesetzes bekommen, das Geld für Verbesserungen bereitstellen und Negativeinflüsse etwa von Kraftwerken reduzieren soll. Das dürfte den landesweiten Biber- Bestand von über 1600 (Stand 2008) weiter anwachsen lassen.

SDA/amu

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