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Das Laufental im Abseits

Seit Jahren fordern der Kanton Jura und das Laufental Verbesserungen auf Schiene und Strasse. Doch auch diese Woche hielt sich das Verständnis dafür im Landrat in Grenzen.

Sorgenkind H18 Basel-Delémont: Engpass bei Angenstein.
Sorgenkind H18 Basel-Delémont: Engpass bei Angenstein.
Roland Schmid

Der Laufentaler Landrat Rolf Richterich (FDP) hat sich an der Landratssitzung am Donnerstag richtig in Rage geredet. Seit Jahren würden Verbesserungen für die Verbindungen Basel–Delémont auf Schiene und Strasse versprochen, doch realisiert sei bis heute nichts. Der Halbstundentakt der Bahn war schon Teil des Konzepts Bahn 2000, doch mit dem Bau der Doppelspur wurde noch immer nicht begonnen. Und auf der Strasse herrscht seit der Eröffnung des Eggflue-Tunnels im Jahre 1999 Stillstand.

Anlass der Brandrede Rich­terichs war der Widerstand der Sozialdemokraten und der Grünen im Baselbieter Parlament gegen den Vorstoss von Rolf Blatter (FDP) für bessere Verkehrsverbindungen zwischen Basel und Delémont. Gleichlautende Vorstösse waren im vergangenen Oktober auch in den Parlamenten der Kantone Jura und Basel-Stadt deponiert worden. Im ­Baselbieter Landrat wurde das Postulat – als letztem der drei Kantonsparlamente – am Donnerstag mit 52 zu 26 Stimmen überwiesen. Trotz der rot-grünen Gegnerschaft.

Nur im Jura unbestritten

Der gleiche Vorgang hat sich bereits im Dezember im Grossen Rat des Kantons Basel-Stadt abgespielt. Der Vorstoss von Grossrat Christophe Haller (FDP) fand auch dort eine Mehrheit, wurde jedoch ebenfalls bekämpft: von den Grünen, den Grünliberalen und fast der Hälfte der SP-Fraktion. Die Begründung für die ­Opposition war dieselbe wie in Liestal: Verbessert werden soll einseitig nur die Verbindung auf der Schiene.

Lediglich im jurassischen Parlament lief es anders. Pierre Parietti (PLR) musste dort gegen keinerlei Widerstände antreten. Die jurassische Regierung versprach bei der Behandlung bereits im letzten November, sich beim Bund entsprechend zu engagieren. Auf der Schiene sich für eine schnelle Realisierung des Halbstundentakts der Bahn einzusetzen, auf der Strasse ins­besondere dafür, dass auch der Tunnel unter der Montagne de Courroux zwischen Liesberg und Delémont in die Projektliste des Bundes aufgenommen wird. Die Verbindung geht 2020 als Nationalstrasse in den Verantwortungsbereich des Bundes über.

Es geht kaum vorwärts

Unter den Laufentalern war man sich im Baselbieter Landrat einig: Es geht kaum vorwärts. Einst hat der Landrat eine Vorfinan­zierung der Doppelspur auf der Bahnlinie bei Grellingen beschlossen. Diese ist wegen der Verzögerung nicht mehr nötig, denn unterdessen hat auch der Bund den Doppelspurausbau bei Grellingen beschlossen. Gemäss den aktualisierten Plänen wird die Linie frühestens Ende 2023 in Betrieb genommen – drei Jahre später als einst vorgesehen. Bis zu diesem Zeitpunkt sollen gemäss heutigem Stand auch die Direktzüge nach Lausanne und Genf wieder verkehren und die zeitweise eingesetzten veralteten Kompositionen mit Plumpsklo ausser Betrieb gesetzt werden. Vielleicht.

Auf der Strasse hat der Ständerat aber soeben den Bau des Muggenbergtunnels zur Umfahrung des Engpasses bei Angen­stein wieder aus dem Ausbauprogramm 2020–2023 entfernt. Das Projekt sei zu wenig ausgereift, war sich die Mehrheit des Ständerats mit Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga einig. Im Landrat wies die Baselbieter Regierungsrätin Sabine Pegoraro zwar den gleichen Vorwurf ­zurück. Doch das Baselbieter Tiefbauamt hat letzten Herbst tatsächlich erst eine Vorstudie in Aussicht gestellt. In Bundesbern ist es der Solothurner Nationalrat Christian Imark (SVP) gewesen, der den Muggenbergtunnel auf die Traktandenliste gesetzt hat, obwohl Baselland mit der Planung noch nicht bereit ist.

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