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«Mille feuilles» steht im Baselbiet vor dem Aus

Klares Ja zur Umsetzung der Passepartout-Initiative der Starken Schule.

Thomas Dähler
Werden abgeschafft: «Mille feuilles» und die Passepartout-Lehrmittel.
Werden abgeschafft: «Mille feuilles» und die Passepartout-Lehrmittel.
Daniel Desborough

Mit der überaus deutlichen Ja-Mehrheit von 84,8 Prozent wollen die Baselbieter Stimmberechtigten die Passepartout-Initiative umsetzen. Das Obligatorium der umstrittenen Lehrmittel «Mille feuilles», «Clin d’œil» und «New World» wird demnach durch eine generelle Lehrmittelfreiheit abgelöst. Die Lehrerinnen und Lehrer können künftig die zu ihrem Unterricht passenden Lehrmittel aus einer Liste selber auswählen.

Für die Sprachfächer gilt damit fortan, dass Lesen, Schreiben, Hören und Sprechen gleichmässig zu fördern sind und der schrittweise Aufbau von Grammatik, Wortschatz und Orthografie verbindlich wird – ganz im Gegensatz zu den Absichten der Promotoren von «Mille feuilles», «Clin d’œil» und «New World», welche den Schülerinnen und Schülern ein «Sprachbad» anstelle des Paukens von Vokabeln und Grammatik zumuten wollten. Gegen die Passepartout-Initiative kämpften zuletzt jedoch nur noch die Grünen.

Jürg Wiedemann, Kopf der Starken Schule, zeigte sich am Sonntag überglücklich. Der hohe Ja-Stimmen-Anteil komme für ihn überraschend und sei erstaunlich, würden doch die umstrittenen Sprachlehrmittel von einigen Pädagogen bis heute verteidigt. Er sei froh, dass die Lehrmittelfreiheit für alle Fächer gelte; auch zum Mathe-Lehrmittel etwa gebe es Alternativen.

Signalwirkung für andere

«Passepartout» wurde seinerzeit der Zusammenarbeitsvertrag der sechs Kantone Baselland, Basel-Stadt, Solothurn, Bern, Freiburg und Wallis getauft. Diese führten Französisch als erste Fremdsprache ab der dritten Klasse mit den umstrittenen Lehrmitteln ein.

Wiedemann erhofft sich, dass die deutliche Zustimmung im Baselbiet zur Umsetzung der Passepartout-Initiative Signalwirkung für andere Kantone hat. Diese wollen weiterhin an den Lehrmitteln festhalten. Dagegen spreche allerdings das Gesamtresultat des ersten Passepartout-Jahrgangs bei der in Auftrag gegebenen Gesamtüberprüfung. Auch nach sieben Jahren Französischunterricht kann sich eine Mehrheit nicht in Französisch verständigen.

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