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Büren, ein Tag nach der Attacke

Mutmasslicher Täter ist noch in Gewahrsam. Ein betroffener Jugendlicher erzählt seine Sicht der Dinge.

Hier, am Oberstufenzentrum Dorneckberg, nahm ein Ex-Schüler offenbar Schüler ins Visier.
Hier, am Oberstufenzentrum Dorneckberg, nahm ein Ex-Schüler offenbar Schüler ins Visier.
Dominik Plüss

Der 17-Jährige, der am Mittwoch Schüler des Oberstufenzentrums Dorneckberg in Büren mit einer Waffe bedroht haben soll, war auch am späten Donnerstagnachmittag noch in Gewahrsam. Dies bestätigt die leitende Solothurner Jugendanwältin. Währenddessen hat sich auch einer der betroffenen Schüler zu Wort gemeldet.

«Ich schiesse dir eine Kugel in den Kopf.» Mit diesem Satz soll Amir E. bedroht worden sein, wie im «Blick» steht. In einem Video erzählt dieser weitere Details: «Er kam einfach auf mich zu. Die Waffe hat er ganz öffentlich gezeigt.» Laut der Schulleiterin des Oberstufenzentrums, Regula Meschberger, handelt es sich in dem Video tatsächlich um einen der bedrohten Jugendlichen.

Der Junge erzählt, wie er dem Angreifer, einem Ex-Schüler der Schule, die Waffe aus der Hand kickte. Ein Kollege habe diese dann schnell weggenommen. «Als seine Waffe weg war, hat er sofort ein Messer hervorgeholt, weil er das Gefühl hatte, dass er keine Chance hat. Da habe ich Abstand genommen.» Dann sei der Angreifer geflüchtet. Die Szene habe sich auf dem Pausenhof vor mehreren Mitschülerinnen und Mitschülern abgespielt.

Geld geschuldet

Der Angreifer komme aus Büren, erzählt Amir E. weiter. Bei dem Streit soll es um Geld gegangen sein: «Ich habe ihm Geld geschuldet. Das habe ich ihm aber schon lange wieder zurückgegeben. Wenn ich gewusst hätte, dass er eine solche Aktion durchzieht, hätte ich niemals Geld bei ihm ausgeliehen.»

Diese «Aktion» hatte am ­Mittwoch einen mehrstündigen Grosseinsatz der Kantonspolizei Solothurn und der Baselbieter Polizei ausgelöst. Lehrer und Schüler mussten, während die Polizei das Schulhaus durchsuchte, in der Turnhalle ausharren. Um 15 Uhr, also rund zweieinhalb Stunden nach der Tat, konnte der Jugendliche angehalten und für weitere Abklärungen auf einen Polizeiposten mitgenommen werden. Eine Strafuntersuchung wurde eingeleitet.

Normaler Schulbetrieb

Das mutmassliche Opfer ist am Donnerstag wieder in der Schule erschienen: «Er wird auch nicht bewacht. Die Polizei hat den anderen Jugendlichen ja festgenommen. Niemand geht hier davon aus, dass wir Angst haben müssten», sagt Mesch­berger. Auch sonst sei wieder der normale Schulbetrieb auf­genommen worden. «Nach der 10-Uhr-Pause habe ich aber alle Schüler in der Mensa zusammengenommen und ihnen nochmals erzählt, was geschehen ist. Und ich habe sie gebeten, keine Gerüchte in die Welt zu setzen.» Die Eltern haben einen Info-Brief erhalten.

Diese Bitte dürfte wohl etwas zu spät gekommen sein. So wird beispielsweise herumgesprochen, dass es sich bei der Waffe um eine Softgun-Pistole handelte: «Ich weiss nicht, woher diese Information stammt, aber sicher nicht von den Schülern, die dort waren. Sie wussten nicht, um was für eine Waffe es sich handelte», sagt Meschberger.

Kein Problem-Jugendlicher

Sie verneint auch, dass der 17-Jährige als Problem-Jugendlicher bekannt sein soll. Meschberger: «Der Junge war so auffällig, wie pubertierende Jugendliche eben auffällig sind.»

Wie es für den Jungen nun weitergeht, ist offen. Laut der leitenden Jugendanwältin hat im ­Jugendstrafrecht nicht nur die Tat, sondern vor allem auch die Persönlichkeit eines Täters ­Einfluss auf die Strafe oder die Massnahme. «Geht man von Drohung und einem Verstoss gegen das Waffengesetz aus, kann das von einer Busse bis zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr alles sein. Die härteste Massnahme wäre eine Unterbringung, die bis zum 25. Altersjahr dauern kann.»

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